Elektrisches Fliegen - eine Zukunftsperspektive

Electric Flight
Erstausgabe 13.4.2015
letztes Update 19.05.2017
Foto: J. Revillard / Rezo.ch / SolarStratos
 Erstflug des Elektro-Solarflugzeugs StratoSolar am 5.5.2017 auf dem Flugplatz Payerne/Schweiz
Drei Meilensteine markieren die Elek- trofliegerei, die jedoch fast in Verges- senheit gerieten. Fred Militky verwandelte am 18. März 1959 ein Graupner-Modell durch den Einbau eines Kollektorläufers mit Glok- kenanker in ein E-Motormodell und konnte nachweislich damit fünf Minuten Kraftflug durchführen. Als Batterien dien- ten Nickel-Cadmium-Zellen. Ein Jahr zuvor experimentierte ein Engländer mit einem Modell, welches aber nur einen Schwebeflug unternahm. Bereits 1973 rüstete der österr. Fabri- kant Heinz Brditschka unter Anregung von F. Militky eine HB-3, ursprünglich ein deutscher Motorsegler, auf einen Elek- troantrieb um. Die als MB E1 bezeich- nete Maschine bewies während eines achtminütigen Fluges durch Sohn Heini Brditschka den Nachweis, dass man auch bemannt elektrisch fliegen kann! Die Versuche wurden nach kurzer Zeit  eingestellt. Am 14.3.1981 flog als erster Deutscher der Heidelberger Karl Friedel mit zwei umgebauten Scheibenwischermotoren und Nickel-Cadmium-Zellen in dem Hängegleiter Windspiel anlässlich der RMF (AERO) in Friedrichshafen 12 Mi- nuten und  30 Sekunden. Noch im glei- chen Jahr wurde der Ärmelkanal mit ei- nem von Paul McCready entwickelten Solarflugzeug überquert.
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Weil die urbane Mobilität in Ballungs- zentren immer mehr eingeschränkt wird hat sich der amerikanische Dienstleister Uber in jüngerer Zeit Gedanken über die Lösung innerstädtischer Verkehrpro- bleme gemacht.  Nach heuitgen Schätz- ungen hat das Unternehmen bereits ei- nen Börsenwert von 50 Milliarden Dol- lar. Nun möchte man auch in die Luft gehen und hat in Dallas/USA im April 2017 einen Konvent einberufen, an dem sich Anbieter mit fortschrittlichen Air- Taxi Lösungen einfanden und diskutier- ten. Neben fast 20 Mitwerbern wie auch Airbus, Embraer und Bell beteiligte sich auch der slowenische Flugzeugherstel- ler Pipistrel. Ivo Boscarol, CEO von Pipistrel und Mike Moore, Techn. Di- rektor für Luftfahrt bei Uber, unterzeich- neten einen Kooperationsvertrag, der vorsieht, dass Pipistrel einen VTOL für ein Air Taxi entwickelt, dessen erstes Muster bis 2020 fliegen soll.
Erfolgreicher Erstflug des ersten, elek- trisch betriebenen Senkrechtstarters der Welt! Lilium Aviation ist ein Münch- ner Start-up-Unternehmen, welches sich als Ziel gesetzt hat, ein fünfsitziges Air-Taxi für den innerstädtischen Nah- verkehr zu entwickeln. Revolutionär ist das Anriebskonzept durch 36 kleine Elektromotoren. Sie treiben Ducted Fans in vier Baugruppen an. Für die Translation werden die Baugruppen um 90 Grad geschwenkt. Der Prototyp war noch unbemannt. Zunächst wurde die Fähigkeit des senkrechten Starts und der Landung sowie die Wendigkeit nachgewiesen. In der weiteren Erpro- bung will man auch die Reiseflugeigen- schaften des batteriebetrieben Luftfahr- zeugs nachweisen. Die Serienversion soll einmal bis zu fünf Passagiere im 300 km/h-Tempo über Strecken bis zu 300 km transportieren können.
Am 5. Mai startete Testpilot Damian Hi- schier auf dem Flugplatz Payerne zu ei- nem 7-minütigen Erstflug. Hischier er- reichte mit dem elektrisch angetriebe- nen Flugzeug eine Höhe von 300 Meter. Dieser erste Testflug, mit dem von Calin Gologan entwickelten Prototypen verlief perfekt und genau nach der Planung der Ingenieure und des technischen Teams von SolarStratos. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden nun analysiert, damit weitere Tests folgen und Flüge von längerer Dauer und in grösserer Höhe geplant werden können. „Das Flugzeug,“ so Raphael Domjan, Initiator und Gründer der Firma Solar- Stratos „ist so ausgelegt ist, dass es auf einer Höhe von 25 000 Metern flie- gen kann. Es öffnet die Tür zu einer elektrischen und solaren Luftfahrt in grossen Höhen, was bis heute noch nie versucht worden ist.” -
E-Propulsion

Electric-Flight ist eine Homepage, die in einer neu entwickelten Plattform die Chance sieht, um Zukunftsperspektiven in

der Luftfahrt transparenter zu machen. Elektrische Antriebe gelten in Flugzeugen noch immer als zu ineffizient, doch der

Wandel steht kurz bevor. Nicht die Elektromotoren, sondern die Energiespeicher sind das Problem.

In kleinen Schritten wird weltweit versucht, sich von fossilen Energieträgern speziell auch bei Luftfahrzeugen zu lösen. Im Bereich kleiner Drohnen ginge schon überhaupt nichts mehr ohne Elektroantriebe, doch dies etwa auf Verkehrs- flugzeuge übertragen zu wollen, wird aus heutiger Sicht noch noch einige Jahre dauern. In Spezialbereichen finden sich bereits brauchbare Lösungen. Ultraleichtflugzeuge für Ausbildungsflüge für lärmarmen Schulbetrieb. Motorsegler unter Verzicht auf zu hohe Lärmemissionen durch Zweitakter. Light Sport Aircrafts (LSA) und leichte Motorflugzeuge mit Hybridantrieb. Motorkunstflugmaschinen (kurz vor der Erprobung). RPAS (Remotely Piloted Aircraft Systems) besser bekannt als Drohnen. Electric-Flight beschäftigt sich nur mit bemannten Luftfahrzeugen, wenngleich ihre Wegbereiter aus den Modellflug- bereichen stammen. Die heutigen Drohnen, egal ob Spielzeug oder im kommerziellen Bereich, einschließlich militä- rischer Anwendungen, wurden fast ausschließlich aus Modellflugzeugen abgeleitet. Einsatzprofile, Antriebe und Ener- giespeicher bieten sich dazu geradezu an. Die Übertragung auf bemannte Flugzeuge ist 1:1 nicht direkt nachvoll- ziehbar. Die Info-Plattform Electric-Flight konzentriert alle Informationen nur auf bemannte Luftfahrzeuge. Es können keinerlei juristische Ansprüche auf Vollständigkeit und die Richtigkeit gestellt werden, da diese Homepage auf rein privater Initiative basiert!