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Elektrisches Fliegen - die Zukunftsperspektive

Elektrisches Fliegen - die Zukunftsperspektive

Electric Flight
Meldungen 2/2022
Der erfolgreiche e-Genius der Universität Stuttgart stand Pate für einen maßstabgetreuen Demonstrator der Universität in Delft/Niederlande. Das im Maßstab 1:3 ist für das dortige Stundenteam Demonstrator um die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie auch für Kleinflugzeuge zu erproben. Bereits am 14. Juni flog dieses Modell mit reinem Elektroantrieb, doch erst am 7. Juli 2022 gab das Studententeam der Universität Delft bekannt, dass sie am 14. Juni 2022 mit Flugtests des Phoenix-Demonstrators begonnen haben. Das Modell mit 6 Meter Spannweite wurde zunächst mit dem Strom von Lithiumzellen versorgt. Für das kommende Jahr sind erste Flüge mit flüssigen Wasserstoff geplant. Die Studien dienen mit dem Demonstrator dienen bereits als Vorarbei-ten für den KIT-Zweisitzer Sling-4, der mit flüssigen Wasserstoff ab 2025 fliegen soll. Mit 10 kg flüssigem Wasserstoff betreiben soll der Doppelsitzer dann 2 Stunden fliegen könne und eine Reichweite von 400 km haben. www.tudelft.nl
13.07.2022
Foto: Uni Delft
Dass man israelische Flugzeugbauer ernst nehmen muss, ist nicht neu. Spätestens mit dem Motorenbauer MagniX, der inzwischen in die USA übersiedelte, ist die Ernsthaftigkeit und auch das Können israelischer Ingenieure unter Beweis gestellt. Ebenso ernsthaft geht Airev mit sei- nem Doppelsitzer, einem eVTOL um, der für 200 000 $ an den Markt gebracht werden soll. „Air One“ wie sich der auch von uns bereits vorge- stellte Kopter mit fester Fläche und 8 Motoren konnte nun zumindest schon mal ferngesteuert seine Schwebfähigkeit unter Beweis stellen. Im Norden von Israel, in Megiddo, wo es sogar grüne Felder gibt, wurden inzwischen mehrere Flüge durchgeführt. Im Gegensatz zu den meisten anderen eVTOL-Anbietern wendet sich Airev ganz bewusst an zukünftige private Halter. Laut Rani Plaut, CEO der Firma soll Air One so sicher wie ein Auto gebaut und auch gehandhabt werden können. Schon Ende Juli soll es auf der EAA Airventure in Oshkosh präsentiert werden. www.airev.aero
13.07.2022
Foto: Airev
VoltAeros Prototyp, die Cassio 330 wird mit dem E-Motor ENGINEUSTM 100 smart von Safran Electrical & Power ausgestattet. Die Verwen- dung des Motors im Parallel-Elektro-Hybrid-Antriebssystem des Flugzeugs, wurde auf der Farnborough Interna-tional Airshow von beiden Partnern unterzeichnet. Der ENGINEUSTM 100 wird beim Start eine maximale Nennleistung von weit über 150 kW haben. Er wird mit einem 150-kW-Verbrenner in der Cassio 330-Hybridantriebseinheit integriert. Der Fünfsitzer Cassio 330 erhält ein 330-kW-Elektro-Hybrid-Gesamtan- triebssystem. Wie VoltAero mitteilte, soll der mit einem integrierten Motorcontroller versehene E-Motor mit einem integrierten Thermomana- gement-System und einer Luftkühlung im kommenden Jahr von Safran ausgeliefert werden. Die Zertifizierung des Motors soll 2023 erfolgen. Dann werden auch die ersten Flugversuche mit dem Cassio 330 Prototyp beginnen. VoltAero wird die Cassio-Flugzeuge in drei Versionen entwickeln und produzieren. www.voltaero.aero
20.07.2022
Foto: Airev
Bristow Group Inc., der weltweit führende Anbieter innovativer und nachhaltiger Vertikalfluglösungen, und Lilium, Ent-wickler des eVTOL, gab auf der Farborough Airshow gekannt, eine strategische Partnerschaft einzugehen, bei der Bristow die Option zum Kauf von 50 Lilium Jets ha- ben wird, zusätzlich zur Bereitstellung von Wartungsdiensten für das Startnetzwerk des Lilium Jets in Florida, und andere zukünftige Märkte in den USA und Europa. Das Memorandum of Understanding („MOU“) umreißt die Zusammenarbeit zwischen Bristow und Lilium bei der Ent- wicklung eines Wartungsprogramms zur Unterstützung des Betriebs des Lilium Jets. Bristow wandelt sein Geschäft aktiv um, um innovative und nachhaltige Technologien, einschließlich eVTOL-Flugzeuge zu nutzen. Die Vereinbarung zwischen Bristow und Lilium steht unter dem Vorbehalt, dass die Parteien die Handelsbedingungen fi-nalisieren und diesbezüglich endgültige Vereinbarungen eingehen sowie bestimmte Bedingungen erfüllen. www.lilium.com
21.07.2022
Bild: Lilium
Bild: Voltaero
Mit einer Absichtserklärung haben der Rolls-Royce und die Hyundai Motor Group erklärt, zukünftig gemeinsam an Elektroantrieben und Brennstoffzellen-Systemen für Luftfahrzeuge zu arbeiten. Dabei hat der US-Hersteller Supernal an der Farnbo-rough Airshow sein erstes eVTOL Kabinenkonzept enthüllt. Mit dem Prototyp zeigt Supernal, wie der Mutterkonzern Hyundai Motor Group seine auf dem Automobilmarkt erworbenen Kompetenzen nutzt, um das Geschäft im Bereich Advanced Air Mobility (AAM) voranzutreiben. Supernal hat sich für die Entwick- lung seines eVTOL mit den Hyundai Designstudios zusammengetan, damit das neue Luftfahrzeug schon 2028 in den USA und wenig später auch in der EU und Großbritannien eingesetzt werden kann. Zusätzlich arbeitet Supernal mit externen Partnern und einigen der mehr als 50 Hyundai Konzerngesellschaften zusammen. Wichtig sind hier vor allem die Branchen Automobilbau und Autoteile sowie Konstruktion, Robo- tik und autonomes Fahren. www.supernal.aero
21.07.2022
Bild: Hyundai
Collins Aerospace entwickelt einen 500-kW-Motor als Teil einer Familie von Elektromotoren, die nach oben oder unten skaliert werden können. Collins hat in Zusammenarbeit mit Hybrid Air Vehicles und der University of Nottingham den ersten funktionsfähigen Prototypen seines 500- Kilowatt-Elektromotors hergestellt, der für das Fluggerät Airlander 10 geeignet ist. Collins hat mit den Tests des Motors an der University of Nottingham begonnen. Für den -Elektromotor mit 2.000 U/min strebt Collins eine spezifische Leistungsdichte von 9 Kilowatt pro Kilogramm und einen Wirkungsgrad von 98 % durch die Verwendung einer neuartigen Motortopologie und einer Verbundkonstruktion an. Collins entwik- kelt den Motor in seinem Kompetenzzentrum für elektronische Steuerungen und Motorsysteme in Solihull, Großbritannien, wo es auch seinen 1-MW-Elektromotor und seine Motorsteuerung für den regionalen Hybrid-Elektro-Flugdemonstrator von Pratt & Whitney Canada (P&WC) entwickelt. www.collinsaerospace.com
21.07.2022
Bild: Hyundai
Statt normale Gasdrucktanks sollen nun Hochdrucktanks zur Aufnahme von Flüssigwasserstoff im Versuchsträger HY4 eingebaut werden. Der Vorteil: flüssiger Wasserstoff ist wesentlich energiereicher und laut Angaben von H2Fly kommt man so auf die doppelte Reichweite. Nach der Integration des neuen Tanks und der Brennstoffzellen in das Testflugzeug, soll Anfang 2023 ein intensives Testprogramm am Boden starten und die HY 4 das weltweit erste Verkehrsflugzeug sein, das mit flüssigem Wasserstoff fliegt. Damit der Wasserstoff flüssig bleibt, muss er auf - 253 C Grad gekühlt werden. Es soll das erste Mal sein, dass das Team mit flüssigem Wasserstoff an Bord umgeht. Es ist ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung des Ziels von H2FLY, den weltweit ersten vollständig wasserstoff-elektrischen Antriebsstrang zu entwickeln, der Brenn- stoffzellen und flüssigen Wasserstoff integriert. Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Realisierung von emissionsfreien Mittel- und Langstreckenflügen.www.h2fly.de
27.07.2022
Foto: H2Fly
Hybridtechnik erfolgreich anwenden, das ist das Ziel der US-Firma Ampaire. Jüngst meldete Ampaire mit seinem De-monstrator „EEL Am- paire“ und nur einem Zwischenstopp von Los Angeles nach Oshkosh, Wisconsin, geflogen zu sein, wo es auf dem EAA AirVenture zurzeit ausgestellt wird. Auf einer Teilstrecke mit 1.135 Meilen (1.825 km) handelte es sich um den längsten Nonstop-Flug, der je von einem Hybrid- Flugzeug durchgeführt wurde. Dabei, so die Firma Ampaire, habe man 40% Treibstoff einsparen können. Derzeit wird das Flugzeug noch mit einem Continental-Kolbenmotor IO-360-GB und einem Elektromotor angetrieben, der eigenständig im Parallelbetrieb mit Batterie funktioniert. Als weiterführendes Produkt bietet Ampaire nun eine Eco Caravan von Cessna an. Dieser Typ, von dem bereits fünf Maschinen bestellt sind (+20 Optionen), wird den deutschen Dieselmotor RED Air-craft AO3 mit 405 kW (550 PS) mit einem Supplemental Type Certificate (STC) erhal- ten.www.ampaire.com, https://red-aircraft.com/
28.07.2022
Foto: Ampaire
Lange lagen die Pläne zur Zertifizierung von Pipistrels Panthera auf Eis. Anlässlich der EBACE 22 in Genf hatte Textron seine Hybridversion vorgestellt. Doch nun, so scheint es, habe man bei Pipistrel die Karten neu gemischt. Auf der Adventure Show in Oshkosh in Wisconsin gab der neue Präsident und CEO der Firma, Gabriel Massey bekannt, dass man für das Jahr 2024 die EASA-Zulassung für den einmotorigen Vier- sitzer anstrebt. So werden durchaus im Topsegment der Viersitzer, in dem auch Cirrus Aircraft eine bedeutende Rolle spielt, dem bereits 2011 erstmals auf der AERO vorgestellten Reiseflugzeug aus Slowenien gute Marktchancen eingeräumt. „Die Panthera wird das Segment der Leichtflugzeuge revolutionieren“, meinte Gabriel Massey. Zunächst soll die Maschine die erste Hürde mit dem 260 PS starken Lycoming IO- 540v-V4AR-Motor nehmen müssen. 1100 Meilen Reichweite bei 230 Meilen pro Stunde sind angesagt. Wann die Hybrid-Version und die Elektroversion kommen soll, ist offen. www.pipistrel.si
29.07.2022
Foto: Pipistrel
Ricardo, ein globales Strategie-, Umwelt- und Engineering-Beratungsunternehmen, hat einen mehrjährigen Vertrag mit Pratt & Whitney Cana- da, einem weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung, Herstellung und Wartung von Flugzeug- und Hubschraubertriebwerken und Hilfsaggregaten, unterzeichnet. Der mehrjährige Vertrag sieht vor, dass das Luft- und Raumfahrttechnikteam von Ricardo Pratt & Whitney Canada bei der Entwicklung fortschrittlicher hybrid-elektrischer Antriebstechnologien für Flugzeuge der nächsten Generation unterstützt. Das Projekt ist Teil des regionalen Hybrid-Elektro-Flugdemonstrator-Programms von Pratt & Whitney Canada auf Basis des De Havilland Dash 8 Versuchsträgers. Eine ähnliche Kooperation besteht bereits mit H55 für die Batterien und Collins, der Tochter von Pratt & Whitney. Collins entwickelt bereits ein 1 MW Antriebsstrang. Die Bodentests sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Flugtests könnten im Jahr 2024 aufge- nommen werden. www.ricardo.com i
01.08.2022
Foto: Pratt & Whitney
Einmal mehr konnte bei einem Testflug mit dem inzwischen bekannten Hybridflugzeug e-Genius die Leistungsfähigkeit dieses Typs mit einem Hybrid-Triebwerk unter Beweis gestellt werden. Das Experimentalflugzeug der Universität Stuttgart flog mit seinen Piloten, dem Wissenschaft- lichen Mitarbeiter des IFB an der Uni-Stuttgart, Jonas Lay und Weltrekord-Pilot Klaus Ohlmann auf einem Nonstop-Flug am 01.08.22 vom Flug- platz Mengen aus bis an den Atlantik und zurück. Beide Piloten wechselten sich während des strapaziösen über 2000 Kilometer langen Flu- ges nacheinander ab. Mensch und Maschine stießen dabei wahrhaftig an ihre Grenzen, dennoch ein großartiger Erfolg, wie Jonas Lay berich- tete. Traumsicht nach „CAVOK“ und als Beweis brachten sie unter anderem Fotos der Vulkankrater über den Pyrenäen mit. Gesamtspritvee- brauch: 81 Liter auf der Gesamtstrecke von 2002 km. Zuvor hatte das Duo bereits im April und im Juli dieses Jahres sechs Weltrekorde erflogen. www.ifb.uni.stuttgart.de
02.08.2022
Foto: IFB-Uni Stgt.
Die kanadische Horizon Aircraft hat einen 50-Prozent-Prototyp seines eVTOL vorgestellt. Der fünfsitzige Cavorite X5 hebt sich als einziges VTOL von der Masse ab. Seine Auftriebsrotoren werden bei der Transition in den Reiseflug vollständig abgedeckt. Der Cavorite X5 hat ein rei- nes Lift & Cruise Canard-Design mit 16 im Flügel eingebetteten Rotoren und einem Schubpropeller im Heck. Der wird durch einen Corvette- Motor angetrieben, der mit einem Generator zur Stromherstellung für die Rotoren gekoppelt ist und der für den eigentlichen Vortrieb sorgt. Beim patentierten Flügeldesign teilt sich die aerodynamische Hülle in einen vorderen und hinteren Teil. Die Vorder- und Hinterkanten bewegen sich dabei auseinander, um die Auftriebsrotoren für den VTOL-Betrieb freizulegen, und sie schließen und verriegeln wieder, wenn es in den Vorwärtsflug gehen soll. Cavorite X5 bietet eine maximale Reisegeschwindigkeit von 240 Knoten (450 km/h). Die Reichweite beträgt 500 Kilo- meter. www.horizonaircraft.com
04.08.2022
Bild:: Horizon Aircraft
ZeroAvia ist im Begriff sich in der Luftfahrt einen Namen zu machen. Begonnen haben die Arbeiten bei der Umrüstung einer Piper M46 Malibu. Neben seinem Stammsitz in Everett/WA/USA und Hollister in CA/USA wurde eine zweite Location in Memble/Cirencester in Großbritannien eröffnet. Nahezu konkurrenzlos hat sich das Unternehmen in der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie an die Spitze gearbeitet. Gegen- wärtig ist man dabei, den kompletten Antriebsstrang ZA2000-RJ in der 2 bis 5 MW-Klasse einsatzreif zu machen. Nach einer zweiten Geldbe- schaffungsrunde sind die Einstiege der großen Airlines eine willkommene Absicherung. So konnte man inzwischen 150 Millionen Dollar für weiterführenden Arbeiten einnehmen. Dabei steht American Airlines mit 82 Mio. Dollar an der Spitze. Die Airline möchte für seine Regionalliner alleine 100 Einheiten beschaffen. Auch United Airlines hatte bereit 100 Einheiten vorbestellt. Ob sich die Nachrüstungen rechnen, steht auf einem anderen Blatt: www.zeroavia.com
05.08.2022
Bild:: ZeroAvia
Europa steckt in der Mobilitätswende: weg von fossilen Brennstoffen hin zur nachhaltigen Elektromobilität. Damit ist der Kontinent zu dem am schnellsten wachsenden Markt für die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus weltweit geworden. Doch die Erfolgsstory hat einen Haken: Bis heute gibt es keine innereuropäische Versorgung mit Lithiumhydroxid, um die enorm Nachfrage zu decken. Dem wollen jetzt die deutsch-aus- tralische „Vulkan Energy“ entgegentreten. Ihr Ziel: aus den Tiefen des Oberrheingrabens gefördertes Lithium aus Thermalwasser zutage brin- gen. Dazu erhielten sie bereits fünf Explorationslizenzen. Jetzt ziehen die Stadtwerke Speyer und Schifferstadt nach und wollen ein eigenes Unternehmen gründen, das die Förderung von lithiumhaltigen Ther-malwasser aus einer Region von 150 Quadratkilometer aus mehreren tau- sende Meter Tiefe vorsieht. Damit könnte das ressourcenarme Deutschland zum Lieferanten des kostbaren Basismaterials für Lithium-Batte- rien werden. www.stadtwerke-speyer.de
10.08.2022
Symboldbild:
Bild: Stadtwerke Speyer
Die britische Vertical Aerospace, Entwickler des eVTOL V4X4 gab bekannt, die Endmontage seines Senkrechtstarters abgeschlossen zu haben und dass man jetzt mit einer mehrmonatigen Testkampagne beginne. Das Unternehmen arbeitet eng mit Rolls-Royce zusammen, die die An- triebsstränge liefern. Unter anderem sind die Briten mit Molicel, einem der führenden Hersteller von Lithium-Ionen-Zellen in eine strategische Partnerschaft eingegangen. Molicel ist für die Lieferung VX4 Bat-teriepack zuständig. Vertical Aerospace hat bereits 1400 Vorbestellungen, darunter allein 350 von American Airlines (davon 250 als Vorbestellung und 100 weitere als Option). Zudem hat American Airlines versichert, eine Vorabzahlung zu leisten, um die Liefertermine für die ersten 50 VX4 zu sichern. Hubschrauberbetreiber Babcock denkt außerdem an den Einssatz des VX4 als fliegenden Krankenwagen. Es wird angestrebt sowohl die EASA- als auch die CAA-Zulassung gleichzeitig zu erhalten. www.vertical-aerospace.com
18.08.2022
Foto: Rolls-Royce
Calin Gologan ist einer der Elektroflug-Pioniere. Mit dem Jungfernflug seines Doppelsitzers am 29. Juni 2022 könnte ihm nun der große Wurf gelingen. Der darin verbaute 40 kW starke Außenläufer des HPD 50D von Geiger-Engineering ist luftgekühlt und wird mit einer Niederspan- nung von 48 Volt betrieben. Gologan’s Firma Elektra Solar gibt an, dass man mit dem Flugzeug 2,5 Stunden Flugdauer und 300 km Reichweite erreichen kann. Es wird das doppelt redundante elektrische Antriebssystem sowie der hohe Komfort für Piloten hervorgehoben. Die Aufbau- zeit vom Transportanhänger bis zur Flugbereitschaft betrage etwa 30 Minuten. Der Elektra Trainer wurde als ideales Flugzeug für Flugschulen und Flugvereine konzipiert, was den Kauf von privaten Haltern nicht ausschließen wird. Die Betriebskosten betragen weniger als 60 EURO/- Stunde, was etwa der Hälfte der Kosten eines klassischen Ultraleichtflugzeugs entspricht. Der Anschaffungspreis werde bei ca. 200 000 € liegen.www.elektra-solar.com
11.07.2022
Foto: Elektra-Solar
Der 47-jährige Bremer Flughafen-Experte Florian Kruse, Gründer von EVIA AERO GmbH gab jüngst bekannt, bei der britischen Firma Cranfield Aerospace Solution eine „Letter of intent“ für 10 Umrüstkits unterschrieben hat, die den normalerweise mit Kolbenmotoren betriebenen Brit- ten Norman Islander antreiben. Noch aber forscht Cranfield Aerospace an diesen speziellen Kits, die was die Energieversorgung betrifft, an Pods unter die Flügel gehängt werden soll. Der serienmäßige Islander, der fast unverändert seit den sechziger Jahren gefertigt wird, erhält dann anstelle der zwei Lycomings zwei Elektromotoren. In den Pods werden sich je ein Brennstoffzellen- System mit dem Gastank und einer Pufferbatterie zum Betrieb des Elektromotors befinden. Diese Flugzeuge werden die Pläne von EVIA AERO zur Entwicklung einer nachhaltigen Luftfahrt an den Nordküsten Deutschlands unterstützen, den Niederlanden und Dänemark und wird zu den Umweltbelangen und -zielen der Region beitragen. www.CAeS.com
16.07.2022
Foto: CAeS
CAE Inc., weltweit größter und führender Anbieter von Flugsimulationstechnologien und Ausbildungs- sowie Schulungszentren in 20 Ländern auf fünf Kontinenten gab auf der Farnborough International Air Show 2022 bekannt, dass es eine Partnerschaft mit Piper Aircraft geschlossen hat. Es soll ein Umbausatz über ein Supplemental Type Certificate (STC) für in Betrieb befindliche Flugzeuge Piper Archer PA-28-181 entwik- kelt und eine elektrische Variante als Option des legendären Flugzeugs auf den Markt als Option angeboten werden. CAE brachte die beiden Partner H55 und Safran Electrical Power zusammen, den kompletten elektrischen Antriebsstrang für die technisch in die Jahre gekommen Ganzmetallkonstruktion Piper PA-28 Archer zu liefern. CAE beabsichtigt zwei Drittel seiner Piper Archer-Schulungsflotte umzurüsten und ei- nen Lehrplan für zukünftige Piloten für Elektroflugzeugen in Kanada, den USA und Europa zu entwickeln und die Lärmpegel an den Flugschu- len zu reduzieren. www.cae.com
20.07.2022
Bild: CAE
Die Volkswagen Group China hat 2020 ein Projekt zur „Vertikalen Mobilität“ ins Leben gerufen, um Mobilitätslösungen für die Zukunft zu ent- wickeln. Dazu gehören auch der Markt für urbane Luftmobilität und die Ausweitung des städtischen Verkehrs von der Straße in den Luftraum. Nach intensiver Forschungs-, Konzeptions- und Entwicklungsarbeit hat das Projektteam nun seinen ersten Prototypen zur Erprobung im Luft- raum entwickelt – den V.MO. Das Modell ist als X-Wing-Konfiguration konzipiert, mit einer Länge von 11,2 m und einer Spannweite von 10,6 m. Es verfügt über acht Rotoren für den Auftrieb und zwei Rotoren für den Vortrieb. Der Konzern führt im Laufe dieses Jahres eine Reihe von Flugtests zur technischen Optimierung durch. Ein verbesserter Prototyp wird bis Spätsommer 2023 noch weitergehende Testflüge absolvie- ren. Das automatisierte eVTOL könnte in seiner endgültigen Ausführung vier Passagiere plus Gepäck über eine Entfernung von bis zu 200 km transportieren. www.vw.china.cn
28.07.2022
Bild: VW China
Die kanadische Regional-Airline Harbour Air betreibt eine Flotte von ein- und zweimotoriger Wassersflugzeugen von De Havilland. 2019 ent- schied man sich nach und nach die Turbopropflugzeuge auf Elektroantriebe umzurüsten. Jetzt meldete das Un-ternehmen aus Vancouver zum ersten Mal einen vollelektrischen Punkt-zu-Punk Flug durchgeführt zu haben. Der Flug mit der De Havilland DHC-2 Beaver über eine Strecke von 45 Meilen dauerte 24 Minuten. Das Flugzeug verließ sein Terminal am Fraser River neben YVR und landete in Pat Bay neben YYJ. Der Start war am 22. August 2022 morgens um 8.12 Uhr. Nach der Landung um 8.36 Uhr, was einer normalen Kurzflugstrecke der Airline betrifft, gab der Pilot an, noch über reichlich Reserveleistung verfügt zu haben. Das Team des Motorenherstellers MagniX und die kanadische Transportbe- hörde überwachten den Flug. Die Maschine bleibt auf Vancouver Island zu einem „Tag der offenen Tür“ und wird danach wieder zurück nach Vancouver fliegen. www.harbourair.com
25.08.2022
Foto: Harbour Air
Meilenstein bei Smartflyer erreicht Der Rumpf des Smartflyer SFX1 nimmt langsam Gestalt an. Nachdem in den vergangenen Jahren die Vorarbeiten für das hybride Antriebssys- tem fertig entwickelt wurden und auf einem Testprüfstand die volle Funktion bestehend aus Rotax-Motor, Generator und dem eigentlichen elektrischen Antriebsmotor nachgewiesen werden konnte, hatte Firmengründer Rolf Stuber grünes Licht bei der Schweizer Firma Aerolite aus Ennetbüren bei Luzern zur Fertigung der erste CFK-Rumpfstruktur gegeben. Nach Angaben von Smartflyer kann somit die Systemintegration beginnen. Dazu ist man von Grenchen nach Selzach umgezogen. In einer neu angemieteten Halle mit 500 Quadratmeter soll nun in den nächs- ten Wochen der einbaufertige Antriebsstrang in den Rumpf eingebaut werden. Dennoch lässt es sich das Unternehmen nicht nehmen, auf dem Electrifly-In, das erstmals in Bern stattfinden soll, ebenfalls präsent zu sein. Der Erstflug des Hybrid-Viersitzer ist für das kommende Jahr geplant. www.smartflyer.ch
05.09.2022
Foto: Smartflyer AG
Elektroflugzeuge können jetzt zwei Stunden Nonstop fliegen! Nicht die Entfernung mit einem rein elektrisch betriebenen Flugzeug von A nach B war die kleine Sensation des diesjährigen Electrifly-In in Bern, sondern die Flugzeit, bedingt durch Gegenwind mit 1 h und 55 Minuten war das herausragende Merkmal. Bisher galten 50 Minuten Flug- zeit für das einzig zugelassene Motorflugzeug Pipistrel Velis als Referenzflugzeug. Das Rekordflugzeug Elektra Trainer mit Uwe Nortmann am Steuer ist allerdings für die 600 kg-Klasse entwickelt worden, die das Schweizer BAZL nicht anerkennt. Zu den wenigen Neuigkeiten am neuen Standort für das Fly-in zählten auch neben Nortmanns Flieger der e-Genius der Uni Stuttgart mit einem Range-Extender auf Basis des Smart Dieselmotors. Desgleichen der Rumpf des SF-1 von der Smartflyer AG. Dieser Typ wird ebenfalls einen Range Extender erhalten. Und um noch längere Flugzeiten zu ermöglichen, wurden neue Perspektiven mit möglichen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Systeme im Vortrag vorgestellt, die in den nächsten Jahren im Fokus stehen. www.electrifly-in.ch
13.09.2022
Foto: H.Penner
Kitty Hawk, eines der ersten VTOL-Unternehmen schließt seine Pforten Der im Kalifornien ansässige Lufttaxi-Entwickler Kittyhawk hat beschlossen, seine Türen nach mehr als 10 Jahren zu schließen. „Wir haben die Entscheidung getroffen, Kittyhawk einzustellen“, schrieb das Unternehmen am 21. September in Beiträgen auf Sozialmedia. "Wir arbeiten noch an den Details dessen, was als nächstes kommt." Kittyhawk wurde im Januar 2010 als Zee.Aero mit Unterstützung von Larry Page, Mit- begründer der Google-Muttergesellschaft Alphabet gegründet. Das Unternehmen stellte 2014 seinen einsitzigen Flyer vor, gefolgt von einem halbautonomen zweisitzigen Flugzeug eVTOL Cora im Jahr 2018. 2019 beendete Kittyhawk das Projekt und schloss sich mit Boeing zusam- men, um ein Joint Venture, die Wisk Aero zu gründen, und um das Projekt Cora weiter zu entwickeln. Wisk Aero bleibt im Geschäft. Im Juli gab Wisk bekannt, dass es erwartet, die Serienversion seines eVTOLs und damit die sechste Generation seiner Lufttaxis – in den kommenden Mo- naten vorzustellen. Es ist geplant, diese Version durch die Zertifizierung der Federal Aviation Administration zu bringen. www.kittyhawk.aero
29.09.2022
Foto: Kitty Hawk
Elektroflugzeug für den Selbstbau Pie Aeronefs ist ein junges Schweizer Unternehmen. Gründer, Marc Umbricht hat sich erst vor einigen Jahren entschieden, Flugzeuge zu bau- en. Dazu hat er sich inzwischen eine junge Mannschaft rekrutiert, die zunächst an einem einsitzigen Elektroflugzeug werkelt, mit dem man an Rennflugzeug-Wettbewerben teilnehmen möchte. Voraussichtlich wird das Flugzeug noch in diesem Jahr in die Luft kommen. Im Gegensatz zu den Segelflug- und anderen -Kleinflugzeugherstellern setzte die Firma von Anfang an im Zellbau auf eine moderneres Prepreg-Verfahren, auch wenn weitgehend schon CFK zum Einsatz kommt. UR-2 “Bouvreuil“ soll ein Zweisitzer mit rein elektrischen Antrieb werden. Es soll den Leistungen einer Cessna 152 oder Piper Warrior entsprechen (VS0: 50 KIAS, VS1: 95 KIAS). Ziel für UR-2 als auch für die UG-3, die danach als Viersitzer kommen soll, sind ihre Kurzstartfähigkeit auf Plätzen bis 500 Meter Länge und mit Reichweiten von etwa 1 000 Kilometern. Die UG-2 wird ausschließlich als Experimental-Kit-Flugzeug zu einem mit einer Glasair kompatiblen Preis erhältlich sein. www.pieaeronefs.ch
12.09.2022
Bild: Pie Aeronefs
Zukuftsorientierte Brasilianer Eine Symbiose, die sich bezahlt machen soll? Warum nicht? Auch wenn sich zwei ungleiche Partner leiert haben: auf der einen Seite steht Luftfahrtriese Embraer und auf der anderen Seite die kleine norwegische Airline Widerøe. Doch die kleine Fluggesellschaft bevorzugt Kurz- strecken in Skandinavien. Das auch dank ihrer kreativen Führung. Im vergangen Jahr kam es zwischen Widerøe und der Embraer-Tochter EVE zu einer Vereinbarung zur Gründung von Widerøe Zero, um das emissionsfreie und geräuscharme eVTOL von Eve zu nutzen, um ein neues Betriebskonzept zu entwickeln. Dessen nicht genug, machten Embraer und Widerøe noch während der diesjährigen Farnborough Airshow die Ansage, einen kooperativen Weg zur Entwicklung zukünftiger emissionsfreier Flugzeuge zu beschreiten. Die Airline verpflichtete sich, als eine der ersten Fluggesellschaften der Welt emissionsfrei zu werden. Widerøe hat für eine nachhaltige Luftfahrt zunächst nur ein MoU unterschrie- ben. Das Ziel ist ein emissionsfreies Flugzeug mit 50 Sitzen so schnell wie möglich in den Flugbetrieb aufzunehmen. www.embaer.com
30.08.2022
Bild: Embraer
Stuttgarter Studententeam entwirft für DLR-Wettbewerb Löschflugzeug gegen Waldbrände Seit Jahren schreibt das DLR Wettbewerbe für Studierende aus. Durch den Klimawandel nehmen Waldbrände zu. Die Aufgabe der Design Challenge 2022 griff dieses Thema auf. Ein systemischer Entwurf im Zusammenwirken einer Flotte von Löschflugzeugen sowohl untereinan- der als auch mit Einheiten am Boden soll die transportierte Wassermenge innerhalb von 24 Stunden zum Brandgebiet maximieren. Die eigent- liche Aufgabe: eine Flotte von Luftfahrzeugen für die Indienststellung bis zum Jahr 2030 zu konzipieren, die zusammen mindestens 11.000 Li- ter Wasser in einem Löschangriff an einen Brandort liefern kann. Die einzelnen Flugzeuge sollten so aufgebaut sein, dass sie auch als Passa- gier- oder Frachtvarianten produziert werden können. Mit dem ersten Platz prämierte die Jury des DLR bei der diesjährigen DLR das Konzept INFERNO der Uni Stuttgart. Es folgten die TU Dresden mit PEL-E-FAN-T auf Platz zwei und die RWTH Aachen mit FireWasp auf Platz drei. Auf die weiteren Plätze wurden die Teilnehmer der RMTH Aachen und der DHBW Ravensburg mit ähnlichen Beiträgen verwiesen. www.dlr.de
19.08.2022
Bild: Uni Stuttgart
STOL-Electra kann nach 50 Metern schon abheben Acht Elektromotoren zu „Verteilten Antrieben“ vereint, sollen die amerikanische Electra für 9 Passagiere schon nach 50 Meter Rollstrecke ab- heben lassen. Besonderes Interesse zeigen nicht nur kleine Gesellschaften, die im Outback fliegen, sondern auch das US-Militär und ebenso wie die Lockheed Martin Ventures, eine Tochter des Luft-und Raumfahrtkonzern Weit über 900 Vorbestellungen stehen in den Auftragsbüch- ern. Darunter auch eine in Gründung befindliche deutsche Gesellschaft, die eine Möglichkeit im Inselflugverkehr sieht. Die kleinen elektrisch- en Antriebsstränge wurden bereits in der Schweiz mithilfe von Turbogeneratoren getestet. Als weitere Möglichkeit neben der Verwendung von Turbogeneratoren sieht das gleichnamige Unternehmen Electra auch die Verwendung von Brennstoffzellen vor. Primär sieht man in erster Li- nie eine Reduzierung der CO2-Emissionen durch die Hybridantriebsstränge vor, die auch auf größere Maschinen skalierbar wären. Im Moment wird vorerst an einem zweisitzigen Demonstrator gearbeitet, um daraus dann das spätere Serienmuster zu evaluieren. www.electra.aero
17.09.2022
Bild Electra
Schwedischer 30-sitziger Commuter mit großer Perspektive Heart Aerospace ist Newcomer mit ambitionierter Plänen. Als Hybridflugzeug ES-30 ausgelegt soll der 30-Sitzer, angetrieben durch vier Elek- tromoren besonders im Kurzstreckenverkehr eingesetzt. Zunächst war das erste Konzept als 19-Sitzer ausgelegt. Marketing-Untersuchungen führten jedoch schnell zu der Überlegung, das die Passagierkapazität erhöht werden muss. Nach dieser Entscheidung stiegen die kanadische Airline und die schwedische Flugzeugherstellerfirma mit je fünf Millionen Dollar als Minderheitsgesellschafter in das junge Unternehmen ein. Zudem orderte Air Canada 30 Flugzeuge. Insgesamt sind jedoch schon 230 Maschinen mit 100 weiteren Optionen vorbestellt. Die reguläre si- chere Reichweite als reine Elektroversion soll bei 200 km liegen. In einer Reserve-Hybrid-Konfiguration mit zwei Turbogeneratoren soll die Reichweite auf 400 Kilometer erweitert werden können. Hearts Konzept sieht vor, die meisten Baugruppen von Aernnova in Spanien herstellen zu lassen und nur die Endmontage in Schweden durchzuführen. ES-30 soll ab 2018 in den Liniendienst gehen. www.heartaerospace.com
18.09.2022
Bild: Heart Aerospace
Nach Umkonstruktion endlich geschafft: Alice fliegt! Am 27.09.2022 konnte am Grant County International Airport (MWH) erfolgreich Alice von Eviation seinen Jungfernflug absolvieren. Die Ma- schine flog acht Minuten und erreichte dabei eine Flughöhe von 3.500 Fuß (ca. 1.100 Meter). Damit ist das rein elektrisch betriebene Flugzeug die erste absolute Neukonstruktion! Alice soll als Cargo-Flugzeug und für den Passagiertransport mit bis zu 9 Sitzen in den Einsatz kommen. Als letzte Gesellschaft orderte Evia Aero 25 Maschinen dieses Typs, nachdem Eviation bereits 137 Vororders in den Bestellbüchern verzeich- nen konnte. Alice soll Strecken zwischen 150 und 250 Meilen bedienen können. Die Reisegeschwindigkeit soll bei 260 kts liegen. Das Flug- zeug weist im Gegensatz zu anderen Typen dieser Klasse eine sehr hohe Flügelstreckung auf. Der Antrieb erfolgt durch zwei 650 kW MagniX- Elektromotoren, die das 6,7 Tonne schwere Flugzeug in die Luft bringen. Der 820 kW/h-Batteriesatz wiegt 3720 kg. Die gegenwärtige Fluger- probung des 2015 gestarteten Projekts soll 2025 abgeschlossen werden. Der erste Einsatz könnte ab 2027 erfolgen. www.eviation.com
28.09.2022
Foto: Eviation
Italiens erster Vertiport am Fiumicino Airport in Rom in Betrieb genommen Am Flughafen Rom haben am 6. Oktober 2022 Atlantia, UrbanV und Volocopter, einer der Pioniere der Urban Air Mobility (UAM), haben die ers- ten bemannten elektrischen eVTOL Testflüge im italienischen Luftraum erfolgreich durchgeführt. Diese Tests waren Teil eines Mobilitäts-Öko- system-Events am internationalen Flughafen Leonardo da Vinci in Fiumicino. Die Tests sowie die Inbetriebnahme des ersten Vertiports in Ita- lien sind ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur kommerziellen Einführung von Advanced Air Mobility (AAM) in Rom, die für das Jahr 2024 geplant ist. Volocopters Testpilot an Bord des elektrischen Volocopter 2X flog vor Zuschauern für 5 Minuten eine Route auf 40 Metern Höhe bei ca. 40 km/h Geschwindigkeit. Dies erforderte die Zustimmung der italienischen zivilen Luftfahrtbehörde Ente Nazionale per l'Aviazione Civile (ENAC) und den italienischen Flugsicherungsdiensten. Der Vertiport wurde im Rahmen des von ENAC genehmigten regulatorischen Testfelds entwickelt und entspricht den Spezifikationen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). www.volocopter.com
06.10.2022
Symbolfoto: Volocopter
13.10.2022
Foto: Wright Electric
Wright Electric entwickelt eigenen 2 MW Elektromotor In der Regel entwickeln Flugzeughersteller keine eigenen Triebwerke. Anders die Firma Wright, die das elektrisch betriebene Passagierflug- zeug Spirit 100 entwickeln will und die sich zuerst die Aufgabe machte, einen geeigneten Elektro-Antriebsmotor zu entwickeln. Der 100-sitzige Passagierflieger benötigt zwei Triebwerke von je 2 Megawatt. Wright ist mit Advanced Research Projects Agency-Energy (ARPA-E) unter Vertrag, um eine superleichte Version eines leichten elektrischen Triebwerks zu entwickeln. Wright gibt an, derzeit über einen 2-MW-Motor, der etwa zehnmal leichter ist als ein Industriemotor, mit derselben Leistung zu verfügen. Der Motor wurde in den letzten drei Jahren parallel zu Verträgen mit der NASA, der US-Navy und USAF fertiggestellt. Es soll ein wichtiger Baustein für eine emissionsfreie Luftfahrt für Flugzeuge in Boeing- und Airbus-Größe sein. Die Skalierung von elektrischen und hybridelektrischen Antriebssystemen von der allgemeinen Luftfahrt auf größere Flugzeuganwendungen erfordert viel leistungsfähigere und leichtere höhentaugliche Technologien. www.h55.ch
05.10.2022
Bild: H.Penner
Was Studenten so alles können Studenten der ETH-Zürich hatten sich als Ziel gesetzt ein modernes Elektroflugzeug in die Luft zu bringen. Selbstverständlich wollte man da- rin auch einen Elektroantrieb verbauen. Doch statt gleichzeitig ein neues Flugzeug zu entwickeln und dazu noch einen entsprechenden An- triebstrang, wie man es normalerweise mit Verbrennungsmotoren von der Stange macht, passte nicht in deren Philosophie. Und eigentlich wollte man sich nur auf den Elektroantrieb konzentrieren. Die Wahl fiel auf den südafrikanischen Bausatz Sling4. Um genügend Auftrieb dafür zu erhalten, wurde die Spannweite vergrößert. Mit einem Schweizer E-Motorhersteller und durch Eigenentwicklungen entstand der Antriebss- trang. Im September erfolgte dann der ersehnte Erstflug. Die Südafrikaner erhalten das Recht der wirtschaftlichen Umsetzung mit dieser Ent- wicklung. Schon aber arbeitete man in Dübendorf bei Zürich, wo die Studententeams wirken, an der Realisierung Brennstoffzellen-Antriebs. Der Prototyp funktionierte bereits auf Anhieb. 2023 will man das System installieren und auch erstmals im Flugzeug nutzen.www.cellsius.ch
Erster gelungener Fesselflug mit VX4 von Vertical Aerospace mit starken Perspektiven Das englische eVTOL-Projekt Vertical Aerospace VX4 konnte denn ersten gefesselten Flug absolvieren. Zuvor hatte die britische Luftfahrtbe- hörde CAA der Firma ein „Permit to Fly erteilt“. Das viersitzige Flugtaxi wurde in seiner Auslegung besonders von Rolls-Royce E-Motoren un- terstützt, die das achtmotorige Fluggerät antreiben. Eigenen Angaben zufolge soll dies der erste Neustart eines neuentwickelten Fluggerätes nach 20 Jahren Pause in Großbritannien gewesen sein. Der Flug mit Testpilot Justin Plaines am Steuer erfolgte jedoch nur bis in eine Höhe von 1,50 m. Bei der Flugerprobung sollen auch Transitionen und später danach auch Marschflüge erfolgen. Das Konzept folgt denen anderer Hersteller, die von Anbeginn auf eine Kombination von Flächenflugzeug und Kopter gesetzt haben, was weitere Strecken von bis 160 km und schnellere Flüge mit bis zu 130 Knoten (240 km/h) erlaubt. Vertical Aerospace erhofft sich bei der EASA schon für 2025 eine Musterzulassung. Laut Vertical Aerospace habe man bereits mehr als 1400 Vorbestellungen in den Auftragsbüchern. www.vertical-aerospace.com
01.10.2022
Foto: Vertical Aerospace
11.10.2022
Symbolfoto: H55
Raytheon beteiligt sich an H55 und somit hat auch Pratt & Whitney Canada Zugang zu Schweizer Know-how RTX Ventures ist die Risikokapitalsparte von Raytheon Technologies. Sie investiert in kleine, wachsende Unternehmen und in Ideen, die die Luft- und Raumfahrt sowie die Verteidigung verändern werden. Eine Investition von RTX Ventures bringt Vorteile, die weit über eine Finanz- spritze hinausgehen. So hat jetzt RTX Ventures eine Minderheitsbeteiligung an dem schweizerischen Unternehmen für elektrische Antriebs- systeme H55 getätigt, um die Entwicklung von Lösungen für die elektrische Luftfahrt voranzutreiben. Als Teil dieser Investition wird H55 auch davon profitieren, um nicht nur eigene elektrische Antriebslösungen und Batteriesysteme zu beschleunigen. H55 arbeitet bereits mit dem Unternehmen zusammen, um hybrid-elektrische Antriebstechnologien zu entwickeln und zu demonstrieren. RTX Ventures wird auch Möglich- keiten zur Zusammenarbeit bei der zukünftigen Produktentwicklung ermöglichen. „Der Erhalt einer Investition von RTX Ventures ist eine weitere Anerkennung der Erfolgsbilanz, des Fachwissens und des Potenzials von H55“, sagte André Borschberg, CEO von H55. www.h55.ch
Aura Aero meldet 130 „Letter of Intent“ für 6-motoriges E-Flugzeug mit verteilten Antrieben Der französische Flugzeughegrsteller Auro Aero kündigte an, seinen 19-Sitzer bis 2027 auf den Markt zu bringen, denn man hätte bereits 130 Vororder für das Flugzeug. Die Aussage beruht auf eine Veranstaltung in Paris, die vom Aéroclub de France organisiert wurde, die Fluggesell- schaften zusammenrief, um denen das Projekt ERA (Electric Regional Aircraft) vorzustellen. Dort wurde am Airline Day bekannt, dass es sich um Letter of Intent handele. Zu den Airlines zählt auch die Schweizer Gesellschaft FMS mit 10 Flugzeugen. ERA wird Punkt-zu-Punkt-Mobilität für den Transport von Passagieren oder Fracht anbieten, mit einer massiven Reduzierung des Lärmpegels und der CO2-Emissionen im Hin- blick auf eine dekarbonisierte Luftfahrt. Bis heute steht das ERA-Programm bei über 330 Bestellabsichten. AURA AERO wurde 2018 gegrün- det, hat seinen Sitz in Toulouse-Francazal und beschäftigt bis jetzt über 100 Mitarbeiter. Das technische Team des Herstellers wird die Empfeh- lungen der Fluggesellschaften bei der Entwicklung von ERA berücksichtigen, das 2027 in Dienst gestellt werden soll. www.aura-aero.com
06.10.2022
Bild: Aura Aero
Calin Gologan ist einer der Elek- troflug-Pioniere. Mit dem Jungfern- flug seines Doppelsitzers am 29. Juni 2022 könnte ihm nun der große Wurf gelingen. Der darin ver- baute 40 kW starke Aussenläufer des HPD 50D von Geiger-Enginee- ring ist luftgekühlt und wird mit einer Niederspannung von 48 Volt betrieben. Gologans Firma Elektra Solar gibt an, dass man mit dem Flugzeug 2,5 Stunden Flugdauer und 300 km Reichweite erreichen kann. Es wird das doppelt redun- dante elektrische Antriebssystem sowie der hohe Komfort für Piloten
hervorgehoben. Die Aufbauzeit vom Transportanhänger bis zur Flugbereitschaft betrage etwa 30 Minuten. Der Elektra Trainer wurde als ideales Flugzeug für Flugschu- len und Flugvereine konzipiert, was den Kauf von privaten Haltern nicht ausschließen wird. Die Betriebs- kosten betragen weniger als 60 EUR/Stunde, was etwa der Hälfte der Kosten eines klassischen Ul- traleichtflugzeugs entspricht. Der Anchaffungspreis werde bei zirka 200 000 € liegen. www.elektra-solar.com
Der 47-jährige Bremer Flughafen- Experte Florian Kruse, Gründer von EVIA AERO GmbH gab jüngst bekannt, bei der britischen Firma Cranfield Aerospace Solution eine „Letter of intent“ für 10 Umrüstkits unterschrieben hat, die den nor- malerweise mit Kolbenmotoren betriebenen Britten Norman Islan- der antreiben. Noch aber forscht Cranfield Aerospace an diesen speziellen Kits, die was die Ener- gieversorgung betrifft, an Pods unter die Flügel gehängt werden soll. Der serienmäßige Islander, der fast unverändert seit den
sechziger Jahren gefertigt wird, er- hält dann anstelle der zwei Lyco- mings zwei Elektromotoren. In den Pods werden sich je ein Brennstoff- zellen- System mit dem Gastank und einer Pufferbatterie zum Be- trieb des Elektromotors befinden. Diese Flugzeuge werden die Pläne von EVIA AERO zur Entwicklung einer nachhaltigen Luftfahrt an den Nordküsten Deutschlands unter- stützen, den Niederlanden und Dä- nemark und wird zu den Umweltbe- langen und -zielen der Region beitragen. www.CAeS.com
Erstflug des Schulungsdoppelsitzer Elektra Solar
Kurzstrecken-Airline EVIA AERO will mit Wasserstoff fliegen
CAE Inc., weltweit größter und füh- render Anbieter von Flugsimulati- onstechnologien und Ausbildungs- sowie Schulungszentren in 20 Län- dern auf fünf Kontinenten gab auf der Farnborough International Air Show 2022 bekannt, dass es eine Part-nerschaft mit Piper Aircraft geschlossen hat. Es soll ein Um- bausatz über ein Supplemental Type Certificate (STC) für in Be- trieb befindliche Flugzeuge Piper Archer PA-28-181 entwickelt und eine elektrische Variante als Op- tion des legendären Flugzeugs auf den Markt als Option angeboten
werden. CAE brachte die beiden Partner H55 und Safran Electrical Power zusammen, den kompletten elektrischen Antriebsstrang für die technisch in die Jahre gekommen Ganzmetallkonstruktion Piper PA- 28 Archer zu liefern. CAE beab- sichtigt zwei Drittel seiner Piper Archer-Schulungsflotte umzurüsten und einen Lehrplan für zukünftige Piloten für Elektroflugzeugen in Kanada, den USA und Europa zu entwickeln und die Lärmpegel an den Flugschulen zu reduzieren. www.cae.com
CAE lässt eigene Piper-Archer-Flotte auf Elektroantrieb umstellen
Die Volkswagen Group China hat 2020 ein Projekt zur „Vertikalen Mobilität“ ins Leben gerufen, um Mobilitätslösungen für die Zukunft zu entwickeln. Dazu gehören auch der Markt für urbane Luftmobilität und die Ausweitung des städti- schen Verkehrs von der Straße in den Luftraum. Nach intensiver For- schungs-, Konzeptions- und Ent- wicklungsarbeit hat das Projekt- team nun seinen ersten Prototypen zur Erprobung im Luftraum entwi- ckelt – den V.MO. Das Modell ist als X-Wing-Konfiguration konzi- piert, mit einer Länge von 11,2 m
und einer Spannweite von 10,6 m. Es verfügt über acht Rotoren für den Auftrieb und zwei Rotoren für den Vortrieb. Der Konzern führt im Laufe dieses Jahres eine Reihe von Flugtests zur technischen Opti- mierung durch. Ein verbesserter Prototyp wird bis Spätsommer 2023 noch weitergehende Test- flüge absolvieren. Das automati- sierte eVTOL könnte in seiner endgültigen Ausführung vier Pas- sagiere plus Gepäck über eine Entfernung von bis zu 200 km transportieren. www.vw.china.cn
VW-China entwickelt in China für eigenen Markt ein eVTOL
Ampaire will sein Hybrid-System mit Wasserstoff betreiben
Hybridtechnik erfolgreich anwen- den, das ist das Ziel der US-Firma Ampaire. Jüngst meldete Ampaire mit seinem Demonstrator „EEL Ampaire“ und nur einem Zwischen- stopp von Los Angeles nach Osh- kosh, Wisconsin, geflogen zu sein, wo es auf dem EAA AirVenture zurzeit ausgestellt wird. Auf einer Teilstrecke mit 1.135 Meilen (1.825 km) handelte es sich um den läng- sten Nonstop-Flug, der je von ei- nem Hybrid-Flugzeug durchgeführt wurde. Dabei, so die Firma Ampai- re, habe man 40% Treibstoff ein- sparen können. Derzeit wird das
Flugzeug noch mit einem Conti- nental-Kolbenmotor IO-360-GB und einem Elektromotor angetrie- ben, der eigenständig im Parallel- betrieb mit Batterie funktioniert. Als weiterführendes Produkt bietet Ampaire nun eine Eco Caravan von Cessna an. Dieser Typ, von dem bereits fünf Maschinen be- stellt sind (+20 Optionen), wird den deutschen Dieselmotor RED Air- craft AO3 mit 405 kW (550 PS) mit einem Supplemental Type Certifi- cate (STC) erhalten. www.ampaire.com, https://red- aircraft.com/
Pipistrel will zuerst die Panthera-Kolbenversion zulassen
Lange lagen die Pläne zur Zertifi- zierung von Pipistrels Panthera auf Eis. Anlässlich der EBACE 22 in Genf hatte Textron seine Hybrid- version vorgestellt. Doch nun, so scheint es, habe man bei Pipistrel die Karten neu gemischt. Auf der Adventure Show in Oshkosh in Wisconsin gab der neue Präsident und CEO der Firma, Gabriel Mas- sey bekannt, dass man für das Jahr 2024 die EASA-Zulassung für den einmotorigen Viersitzer an- strebt. So werden durchaus im Topsegment der Viersitzer, in dem auch Cirrus Aircraft eine bedeu-
tende Rolle spielt, dem bereits 2011 erstmals auf der AERO vorge- stellten Reiseflugzeug aus Slowe- nien gute Marktchancen ein- geräumt. „Die Panthera wird das Segment der Leichtflugzeuge re- volutionieren“, meinte Gabriel Mas- sey. Zunächst soll die Maschi-ne die erste Hürde mit dem 260 PS starken Lycoming IO-540v-V4AR- Motor nehmen müssen. 1100 Mei- len Reichweite bei 230 Meilen pro Stunde sind angesagt. Wann die Hybrid-Version und die Elektrover- sion kommen soll, ist offen. www.pipistrel.si
Die kanadische Regional-Airline Harbour Air betreibt eine Flotte von ein- und zweimotoriger Wassers- flugzeugen von De Havilland. 2019 entschied man sich nach und nach die Turbopropflugzeuge auf Elek- troantriebe umzurüsten. Jetzt mel- dete das Unternehmen aus Van- couver zum ersten Mal einen voll- elektrischen Punkt-zu-Punkt-Flug durchgeführt zu haben. Der Flug mit der De Havilland DHC-2 Bea- ver über eine Strecke von 45 Mei- len dauerte 24 Minuten. Das Flug- zeug verließ sein Terminal am Fra- ser River neben YVR und landete
in Pat Bay neben YYJ. Der Start war am 22. August 2022 morgens um 8.12 Uhr. Nach der Landung um 8.36 Uhr, was einer normalen Kurzflugstrecke der Airline betrifft, gab der Pilot an, noch über reich- lich Reserveleistung verfügt zu haben. Das Team des Motorenher- stellers MagniX und die kanadische Transportbehörde überwachten den Flug. Die Maschine bleibt auf Vancouver Island zu einem „Tag der offenen Tür“ und wird danach wieder zurück nach Vancouver flie- gen. www.harbourair.com
Harbour Air geht auf Strecke
Die britische Vertical Aerospace, Entwickler des eVTOL V4X4 gab bekannt, die Endmontage seines Senkrechtstarters abgeschlossen zu haben und dass man jetzt mit einer mehrmonatigen Testkampa- gne beginne. Das Unternehmen arbeitet eng mit Rolls-Royce zu- sammen, die die Antriebsstränge liefern. Unter anderem sind die Bri- ten mit Molicel, einem der führen- den Hersteller von Lithium-Ionen- Zellen in eine strategische Partner- schaft eingegangen. Molicel ist für die Lieferung VX4 Batteriepack zuständig. Vertical Aerospace hat
bereits 1400 Vorbestellungen, dar- unter allein 350 von American Airli- nes (davon 250 als Vorbestellung und 100 weitere als Option). Zu- dem hat American Airlines versi- chert, eine Vorabzahlung zu leis- ten, um die Liefertermine für die ersten 50 VX4 zu sichern. Hub- schrauberbetreiber Babcock denkt außerdem an den Einssatz des VX4 als fliegenden Krankenwagen. Es wird angestrebt sowohl die EASA-als auch die CAA-Zulassung gleichzeitig zu erhalten. www.vertical-aerospace.com
Mit 1400 Vorbestellungen geht VX4 in die Flugerprobung
Europa steckt in der Mobilitätswen- de: weg von fossilen Brennstoffen hin zur nachhaltigen Elektromobili- tät. Damit ist der Kontinent zu dem am schnellsten wachsenden Markt für die Produktion von Lithium-Ion- en-Akkus weltweit geworden. Doch die Erfolgsstory hat einen Haken: Bis heute gibt es keine in-nereuro- päische Versorgung mit Lithiumhy- droxid, um die enorm Nachfrage zu decken. Dem wollen jetzt die deutsch-australische „Vulkan Ener- gy“ entgegentreten. Ihr Ziel: aus den Tiefen des Oberrheingrabens gefördertes Lithium aus Thermal-
wasser zutage bringen. Dazu er- hielten sie bereits fünf Explorati- onslizenzen. Jetzt ziehen die Stadt- werke Speyer und Schifferstadt nach und wollen ein eigenes Unter- nehmen gründen, das die Förde- rung von lithiumhaltigen Thermal- wasser aus einer Region von 150 Quadratkilometer aus mehreren tausende Meter Tiefe vorsieht. Da- mit könnte das ressourcenarme Deutschland zum Lieferanten des kostbaren Basismaterials für Lithi- um-Batterien werden. www.stadtwerke-speyer.de
Lithium auf den Tiefen des Oberrheingrabens
ZeroAvia ist im Begriff sich in der Luftfahrt einen Namen zu machen. Begonnen haben die Arbeiten bei der Umrüstung einer Piper M46 Malibu. Neben seinem Stammsitz in Everett/WA/USA und Hollister in CA/USA wurde eine zweite Loca- tion in Memble/Cirencester in Großbritannien eröffnet. Nahezu konkurrenzlos hat sich das Unter- nehmen in der Wasserstoff-Brenn- stoffzellen-Technologie an die Spit- ze gearbeitet. Gegenwärtig ist man dabei, den kompletten Antriebs- strang ZA2000-RJ in der 2 bis 5 MW-Klasse einsatzreif zu machen.
Nach einer zweiten Geldbeschaf- fungsrunde sind die Einstiege der großen Airlines eine willkommene Absicherung. So konnte man inzwi- schen 150 Millionen Dollar für wei- terführenden Arbeiten einnehmen. Dabei steht American Airlines mit 82 Mio. Dollar an der Spitze. Die Airline möchte für seine Regionalli- ner alleine 100 Einheiten beschaf- fen. Auch United Airlines hatte be- reit 100 Einheiten vorbestellt. Ob sich die Nachrüstungen rechnen, steht auf einem anderen Blatt: www.zeroavia.com
ZeroAvia steigt in die 2-5 MW-Klasse für Brennstoffzellen ein
Die kanadische Horizon Aircraft hat einen 50-Prozent-Prototyp seines eVTOL vorgestellt. Der fünfsitzige Cavorite X5 hebt sich als einziges VTOL von der Masse ab. Seine Auftriebsrotoren werden bei der Transition in den Reiseflug volltän- dig abgedeckt. Der Cavorite X5 hat ein reines Lift & Cruise Canard-De- sign mit 16 im Flügel eingebetteten Rotoren und einem Schubpropeller im Heck. Der wird durch einen Cor- vette-Motor angetrieben, der mit einem Generator zur Stromherstel- lung für die Rotoren geoppelt ist
und der für den eigentlichen Vor- trieb sorgt. Beim patentierten Flü- geldesign teilt sich die aerodynami- sche Hülle in einen vorderen und hinteren Teil. Die Vorder- und Hin- terkanten bewegen sich dabei aus- einander, um die Auftriebsrotoren für den VTOL-Betrieb freizulegen, und sie schließen und verriegeln wieder, wenn es in den Vorwärts- flug gehen soll. Cavorite X5 bietet eine maximale Reisegeschwindig- keit von 240 Knoten (450 km/h). Die Reichweite beträgt 500 Kilome- ter. www.horizonaircraft.com
Erfolgereicher Streckenflug mit Hybridflugzeug über 2002 Kilometer
VTOL mit neuartigem Hubsystem aus Kanada
Einmal mehr konnte bei einem Testflug mit dem inzwischen be- kannten Hybridflugzeug e-Genius die Leistungsfähigkeit dieses Typs mit einem Hybrid-Triebwerk unter Beweis gestellt werden. Das Expe- rimentalflugzeug der Universität Stuttgart flog mit seinen Piloten, dem Wissenschaftlichen Mitarbei- ter des IFB an der Uni-Stuttgart, Jonas Lay und Weltrekord-Pilot Klaus Ohlmann auf einem Non- stop-Flug am 01.08.22 vom Flug- platz Mengen aus bis an den At- lantik und zurück. Beide Piloten wechselten sich während des stra-
paziösen über 2000 Kilometer lan- gen Fluges nacheinander ab. Mensch und Maschine stießen da- bei wahrhaftig an ihre Grenzen, dennoch ein großartiger Erfolg, wie Jonas Lay berichtete. Traumsicht nach „CAVOK“ und als Beweis brachten sie unter anderem Fotos der Vulkankrater über den Pyrenä- en mit. Gesamtspritverbrauch: 81 Liter auf der Gesamtstrecke von 2002 km. Zuvor hatte das Duo be- reits im April und im Juli dieses Jahres sechs Weltrekorde erflogen. www.ifb.uni.stuttgart.de
Ricardo, ein globales Strategie-, Umwelt- und Engineering-Bera- tungsunternehmen, hat einen mehrjährigen Vertrag mit Pratt & Whitney Canada, einem weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung, Herstellung und War- tung von Flugzeug- und Hub- schraubertriebwerken und Hilfsag- gregaten, unterzeichnet. Der mehr- jährige Vertrag sieht vor, dass das Luft- und Raumfahrttechnikteam von Ricardo Pratt & Whitney Cana- da bei der Entwicklung fortschrittli- cher hybrid-elektrischer Antriebs- technologien für Flugzeuge der
nächsten Generation unterstützt. Das Projekt ist Teil des regionalen Hybrid-Elektro-Flugdemonstrator- Programms von Pratt & Whitney Canada auf Basis des De Havil- land Dash 8 Versuchsträgers. Eine ähnliche Kooperation besteht be- reits mit H55 für die Batterien und Collins, der Tochter von Pratt & Whitney. Collins entwickelt bereits einen 1 MW Antriebsstrang. Die Bodentests sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Flugtests könn- ten im Jahr 2024 aufgenommen werden. www.ricardo.com
Ricardo unterstützt Pratt & Whitney of Canada
Kitty Hawk, eines der ersten VTOL-Unternehmen schließt die Pforten
Der im Kalifornien ansässige Luft- taxi-Entwickler Kittyhawk hat be- schlossen, seine Türen nach mehr als 10 Jahren zu schließen. „Wir haben die Entscheidung getroffen, Kittyhawk einzustellen“, schrieb das Unternehmen am 21. Septem- ber in Beiträgen auf Sozialmedia. "Wir arbeiten noch an den Details dessen, was als nächstes kommt." Kittyhawk wurde im Januar 2010 als Zee.Aero mit Unterstützung von Larry Page, Mit-begründer der Google-Muttergesellschaft Alpha- bet gegründet. Das Unternehmen stellte 2014 seinen einsitzigen Fly- er vor, gefolgt von einem halbauto-
nomen zweisitzigen Flugzeug eVTOL Cora im Jahr 2018. 2019 beendete Kittyhawk das Projekt und schloss sich mit Boeing zu- sammen, um ein Joint Venture, die Wisk Aero zu gründen, und um das Projekt Cora weiter zu entwickeln. Wisk Aero bleibt im Geschäft. Im Juli gab Wisk bekannt, dass es erwartet, die Serienversion seines eVTOLs und damit die sechste Generation seiner Lufttaxis – in den kommenden Monaten vorzu- stellen. Es ist geplant, diese Ver- sion durch die Zertifizierung der Fe- deral Aviation Administration zu bringen. www.kittyhawk.aero
Nicht die Entfernung mit einem rein elektrisch betriebenen Flug- zeug von A nach B war die kleine Sensation des diesjährigen Elec- trifly-In in Bern, sondern die Flug- zeit, bedingt durch Gegenwind mit 1 h und 55 Minuten war das her- ausragende Merkmal. Bisher gal- ten 50 Minuten Flugzeit für das einzig zugelassene Motorflugzeug Pipistrel Velis als Referenzflugeug. Das Rekordflugzeug Elektra Trai- ner mit Uwe Nortmann am Steuer ist allerdings für die 600 kg-Klasse entwickelt worden, die das Schwei- zer BAZL nicht anerkennt. Zu den
wenigen Neuigkeiten am neuen Standort für das Fly-in zählten auch neben Nortmanns Flieger der e-Genius der Uni Stuttgart mit ei- nem Range-Extender auf Basis des Smart Dieselmotors. Desglei- chen der Rumpf des SF-1 von der Smartflyer AG. Dieser Typ wird ebenfalls einen Range Extender erhalten. Und um noch längere Flugzeiten zu ermöglichen, wurden neue Perspektiven mit möglichen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Sys- teme im Vortrag vorgestellt, die in den nächsten Jahren im Fokus ste- hen. www.electrifly-in.ch
Elektroflugzeuge können jetzt zwei Stunden Nonstop fliegen!
Pie Aeronefs ist ein junges Schwei- zer Unternehmen. Gründer, Marc Umbricht hat sich erst vor einigen Jahren entschieden, Flugzeuge zu bauen. Dazu hat er sich inzwisch- en eine junge Mannschaft rekru- tiert, die zunächst an einem einsit- zigen Elektroflugzeug werkelt, mit dem man an Rennflugzeug-Wett- bewerben teilnehmen möchte. Vo- raussichtlich wird das Flugzeug noch in diesem Jahr in die Luft kommen. Im Gegensatz zu den Segelflug- und anderen -Kleinflug- zeugherstellern setzte die Firma von Anfang an im Zellbau auf eine moderneres Prepreg-Verfahren,
auch wenn weitgehend schon CFK zum Einsatz kommt. UR-2 “Bouv- reuil“ soll ein Zweisitzer mit rein elektrischen Antrieb werden. Es soll den Leistungen einer Cessna 152 oder Piper Warrior entspre- chen (VS0: 50 KIAS, VS1: 95 KIAS). Ziel für UR-2 als auch für die UG-3, die danach als Viersitzer kommen soll, sind ihre Kurzstartfä- higkeit auf Plätzen bis 500 Meter Länge und mit Reichweiten von etwa 1 000 Kilometern. Die UG-2 wird ausschließlich als Experimen- tal-Kit-Flugzeug zu einem mit einer Glasair kompatiblen Preis erhältlich sein. www.pieaeronefs.ch
Elektroflugzeug für den Selbstbau
Der Rumpf des Smartflyer SFX1 nimmt langsam Gestalt an. Nach- dem in den vergangenen Jahren die Vorarbeiten für das hybride An- triebssystem fertig entwickelt wur- den und auf einem Testprüfstand die volle Funktion bestehend aus Rotax-Motor, Generator und dem eigentlichen elektrischen Antriebs- motor nachgewiesen werden konnte, hatte Firmengründer Rolf Stuber grünes Licht bei der Schweizer Firma Aerolite aus Ennetbüren bei Luzern zur Ferti- gung der erste CFK-Rumpfstruktur gegeben. Nach Angaben von
Smartflyer kann somit die Syste- mintegration beginnen. Dazu ist man von Grenchen nach Selzach umgezogen. In einer neu angemie- teten Halle mit 500 Quadratmeter soll nun in den nächsten Wochen der einbaufertige Antriebsstrang in den Rumpf eingebaut werden. Dennoch lässt es sich das Unter- nehmen nicht nehmen, auf dem Electrifly-In, das erstmals in Bern stattfinden soll, ebenfalls präsent zu sein. Der Erstflug des Hybrid- Viersitzer ist für das kommende Jahr geplant. www.smartflyer.ch
Meilenstein bei Smartflyer erreicht
Eine Symbiose, die sich bezahlt machen soll? Warum nicht? Auch wenn sich zwei ungleiche Partner leiert haben: auf der einen Seite steht Luftfahrtriese Embraer und auf der anderen Seite die kleine norwegische Airline Widerøe. Doch die kleine Fluggesellschaft bevor- zugt Kurzstrecken in Skandinavien. Das auch dank ihrer kreativen Füh- rung. Im vergangen Jahr kam es zwischen Widerøe und der Embra- er-Tochter EVE zu einer Vereinba- rung zur Gründung von Widerøe Zero, um das emissions-freie und geräuscharme eVTOL von Eve zu nutzen, um ein neues Betriebskon-
zept zu entwickeln. Dessen nicht genug, machten Embraer und Wi- derøe noch während der diesjähri- gen Farnborough Airshow die An- sage, einen kooperativen Weg zur Entwicklung zukünftiger emissions- freier Flugzeuge zu beschreiten. Die Airline verflichtete sich, als eine der ersten Fluggesellschaften der Welt emissionsfrei zu werden. Widerøe hat für eine nachhaltige Luftfahrt zunächst nur ein MoU un- terschrieben. Das Ziel ist ein emis- sionsfreies Flugzeug mit 50 Sitzen so schnell wie möglich in den Flug- betrieb aufzunehmen. www.embaer.com
Zukuftsorientierte Brasilianer
Stuttgarter Studententeam entwirft für DLR-Wettbewerb Löschflugzeug gegen Waldbrände
Seit Jahren schreibt das DLR Wett- bewerbe für Studierende aus. Durch den Klimawandel nehmen Waldbrände zu. Die Aufgabe der Design Challenge 2022 griff dieses Thema auf. Ein systemischer Ent- wurf im Zusammenwirken einer Flotte von Löschflugzeugen sowohl untereinander als auch mit Einhei- ten am Boden soll die transportier- te Wassermenge innerhalb von 24 Stunden zum Brandgebiet maxi- mieren. Die eigentliche Aufgabe: eine Flotte von Luftfahrzeugen für die Indienststellung bis zum Jahr 2030 zu konzipieren, die zusam- men mindestens 11.000 Liter Was-
ser in einem Löschangriff an einen Brandort liefern kann. Die einzel- nen Flugzeuge sollten so aufge- baut sein, dass sie auch als Pas- sagier- oder Frachtvarianten pro- duziert werden können. Mit dem ersten Platz prämierte die Jury des DLR bei der diesjährigen DLR das Konzept INFERNO der Uni Stutt- gart. Es folgten die TU Dresden mit PEL-E-FAN-T auf Platz zwei und die RWTH Aachen mit FireWasp auf Platz drei. Auf die weiteren Plätze wurden die Teilnehmer der RMTH Aachen und der DHBW Ravensburg mit ähnlichen Beiträ- gen verwiesen. www.dlr.de
Nach Umkonstruktion endlich geschafft: Alice fliegt!
Am 27.09.2022 konnte am Grant County International Airport (MWH) erfolgreich Alice von Eviation sei- nen Jungfernflug absolvieren. Die Maschine flog acht Minuten und erreichte dabei eine Flughöhe von 3.500 Fuß (ca. 1.100 Meter). Damit ist das rein elektrisch betriebene Flugzeug die erste absolute Neuk- onstruktion! Alice soll als Cargo- Flugzeug und für den Passagier- transport mit bis zu 9 Sitzen in den Einsatz kommen. Als letzte Gesell- schaft orderte Evia Aero 25 Ma- schinen dieses Typs, nachdem Eviation bereits 137 Vororders in den Bestellbüchern verzeichnen
konnte. Alice soll Strecken zwis- chen 150 und 250 Meilen bedienen können. Die Reisegeschwindigkeit soll bei 260 kts liegen. Das Flug- zeug weist im Gegensatz zu ande- ren Typen dieser Klasse eine sehr hohe Flügelstreckung auf. Der An- trieb erfolgt durch zwei 650 kW MagniX-Elektromotoren, die das 6,7 Tonne schwere Flugzeug in die Luft bringen. Der 820 kW/h-Batter- iesatz wiegt 3720 kg. Die gegen- wärtige Flugerprobung des 2015 gestarteten Projekts soll 2025 ab- geschlossen werden. Der erste Einsatz könnte ab 2027 erfolgen. www.eviation.com
Schwedischer 30-sitziger Commuter mit großer Perspektive
Heart Aerospace ist Newcomer mit ambitionierter Plänen. Als Hybrid- flugzeug ES-30 ausgelegt soll der 30-Sitzer, angetrieben durch vier Elektromoren besonders im Kurz- streckenverkehr eingesetzt. Zu- nächst war das erste Konzept als 19-Sitzer ausgelegt. Marketing- Untersuchungen führten jedoch schnell zu der Überlegung, das die Passagierkapazität erhöht werden muss. Nach dieser Entscheidung stiegen die kanadische Airline und die schwedische Flugzeugherstel- lerfirma mit je fünf Millionen Dollar als Minderheitsgesellschafter in das junge Unternehmen ein. Zu-
dem orderte Air Canada 30 Flug- zeuge. Insgesamt sind jedoch schon 230 Maschinen mit 100 wei- teren Optionen vorbestellt. Die re- guläre sichere Reichweite als reine Elektroversion soll bei 200 km lie- gen. In einer Reserve-Hybrid-Kon- figuration mit zwei Turbogenera- toren soll die Reichweite auf 400 Kilometer erweitert werden können. Hearts Konzept sieht vor, die meis- ten Baugruppen von Aernnova in Spanien herstellen zu lassen und nur die Endmontage in Schweden durchzuführen. ES-30 soll ab 2018 in den Liniendienst gehen. www.heartaerospace.com
STOL-Electra kann nach 50 Metern schon abheben
Acht Elektromotoren zu „Verteilten Antrieben“ vereint, sollen die ame- rikanische Electra für 9 Passagiere schon nach 50 Meter Rollstrecke abheben lassen. Besonderes In- teresse zeigen nicht nur kleine Ge- sellschaften, die im Outback flie- gen, sondern auch das US-Militär und ebenso wie die Lockheed Mar- tin Ventures, eine Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzern Weit über 900 Vorbestellungen stehen in den Auftragsbüchern. Darunter auch eine in Gründung befindliche deutsche Gesellschaft, die eine Möglichkeit im Inselflugverkehr sieht. Die kleinen elektrischen An-
triebsstränge wurden bereits in der Schweiz mithilfe von Turbogener- atoren getestet. Als weitere Mög- lichkeit neben der Verwendung von Turbogeneratoren sieht das gleich- namige Unternehmen Electra auch die Verwendung von Brennstoff- zellen vor. Primär sieht man in ers- ter Linie eine Reduzierung der CO2-Emissionen durch die Hybrid- antriebsstränge vor, die auch auf größere Maschinen skalierbar wä- ren. Im Moment wird vorerst an einem zweisitzigen Demonstrator gearbeitet, um daraus dann das spätere Serienmuster zu evaluier- en. www.electra.aero
Wright Electric entwickelt eigenen 2 MW Elektromotor
In der Regel entwickeln Flugzeug- hersteller keine eigenen Triebwer- ke. Anders die Firma Wright, die das elektrisch betriebene Passa- gierflugzeug Spirit 100 entwickeln will und die sich zuerst die Aufgabe machte, einen geeigneten Elektro- Antriebsmotor zu entwickeln. Der 100-sitzige Passagierflieger benö- tigt zwei Triebwerke von je 2 Me- gawatt. Wright ist mit Advanced Research Projects Agency-Energy (ARPA-E) unter Vertrag, um eine superleichte Version eines leichten elektrischen Triebwerks zu entwi- ckeln. Wright gibt an, derzeit über einen 2-MW-Motor, der etwa zehn-
mal leichter ist als ein Industriemo- tor, mit derselben Leistung zu ver- fügen. Der Motor wurde in den letzten drei Jahren parallel zu Ver- trägen mit der NASA, der US-Navy und USAF fertiggestellt. Es soll ein wichtiger Baustein für eine emissi- onsfreie Luftfahrt für Flugzeuge in Boeing- und Airbus-Größe sein. Die Skalierung von elektrischen und hybridelektrischen Antriebs- systemen von der allgemeinen Luftfahrt auf größere Flugzeugan- wendungen erfordert viel leistungs- fähigere und leichtere höhentaugli- che Technologien. www.h55.ch
Raytheon beteiligt sich an Schweizer H55
RTX Ventures ist die Risikokapital- sparte von Raytheon Technologies. Sie investiert in kleine, wachsende Unternehmen und in Ideen, die die Luft- und Raumfahrt sowie die Ver- teidigung verändern werden. Eine Investition von RTX Ventures bringt Vorteile, die weit über eine Finanz- spritze hinausgehen. So hat jetzt RTX Ventures eine Minderheitsbe- teiligung an dem schweizerischen Unternehmen für elektrische An- triebssysteme H55 getätigt, um die Entwicklung von Lösungen für die elektrische Luftfahrt voranzutrei- ben. Als Teil dieser Investition wird H55 auch davon profitieren, um
nicht nur eigene elektrische An- triebslösungen und Batteriesyste- me zu beschleunigen. H55 arbeitet bereits mit dem Unternehmen zu- sammen, um hybrid-elektrische An- triebstechnologien zu entwickeln und zu demonstrieren. RTX Ventu- res wird auch Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bei der zukünfti- gen Produktentwicklung ermögli- chen. „Der Erhalt einer Investition von RTX Ventures ist eine weitere Anerkennung der Erfolgsbilanz, des Fachwissens und des Potenzi- als von H55“, sagte André Borsch- berg, CEO von H55. www.h55.ch
Italiens erster Vertiport in Rom in Betrieb genommen
Am Flughafen Rom haben am 6. Oktober 2022 Atlantia, UrbanV und Volocopter, einer der Pioniere der Urban Air Mobility (UAM), haben die ersten bemannten elektrischen eVTOL Testflüge im italienischen Luftraum erfolgreich durchgeführt. Diese Tests waren Teil eines Mobi- litäts-Öko-system-Events am inter- nationalen Flughafen Leonardo da Vinci in Fiumicino. Die Tests sowie die Inbetriebnahme des ersten Ver- tiports in Italien sind ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur kom- merziellen Einführung von Advan- ced Air Mobility (AAM) in Rom, die für das Jahr 2024 geplant ist. Volo-
copters Testpilot an Bord des elek- trischen Volocopter 2X flog vor Zu- schauern für 5 Minuten eine Route auf 40 Metern Höhe bei ca. 40 km/h Geschwindigkeit. Dies erfor- derte die Zustimmung der italieni- schen zivilen Luftfahrtbehörde Ente Nazionale per l'Aviazione Civile (ENAC) und den italienischen Flug- sicherungsdiensten. Der Vertiport wurde im Rahmen des von ENAC genehmigten regulatorischen Test- felds entwickelt und entspricht den Spezifikationen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). www.volocopter.com
Aura Aero meldet 130 „Letter of Intent“ für 6-motoriges E-Flugzeug
Der französische Flugzeugherstel- ler Auro Aero kündigte an, seinen 19-Sitzer bis 2027 auf den Markt zu bringen, denn man hätte bereits 130 Vororder für das Flugzeug. Die Aussage beruht auf eine Verantal- tung in Paris, die vom Aéroclub de France organisiert wurde, die Flug- gesellschaften zusammenrief, um denen das Projekt ERA (Electric Regional Aircraft) vorzustellen. Dort wurde am Airline Day be- kannt, dass es sich um Letter of Intent handele. Zu den Airlines zählt auch die Schweizer Gesell- schaft FMS mit 10 Flugzeugen. ERA wird Punkt-zu-Punkt-Mobilität
für den Transport von Passagieren oder Fracht anbieten, mit einer massiven Reduzierung des Lärm- pegels und der CO2-Emissionen im Hinblick auf eine dekarboni- sierte Luftfahrt. Bis heute steht das ERA-Programm bei über 330 Be- stellabsichten. AURA AERO wurde 2018 gegründet, hat seinen Sitz in Toulouse-Francazal und beschäf- tigt bis jetzt über 100 Mitarbeiter. Das technische Team des Herstel- lers wird die Empfehlungen der Fluggesellschaften bei der Entwick- lung von ERA berücksichtigen, das 2027 in Dienst gestellt werden soll. www.aura-aero.com
Was Studenten so alles können
Studenten der ETH-Zürich hatten sich als Ziel gesetzt ein modernes Elektroflugzeug in die Luft zu brin- gen. Selbstverständlich wollte man darin auch einen Elektroantrieb verbauen. Doch statt gleichzeitig ein neues Flugzeug zu entwickeln und dazu noch einen entsprechen- den Antriebstrang, wie man es nor- malerweise mit Verbrennungsmo- toren von der Stange macht, pass- te nicht in deren Philosophie. Und eigentlich wollte man sich nur auf den Elektroantrieb konzentrieren. Die Wahl fiel auf den südafrikani- schen Bausatz Sling4. Um genü- gend Auftrieb dafür zu erhalten,
wurde die Spannweite vergrößert. Mit einem Schweizer E-Motorher- steller und durch Eigenentwicklun- gen entstand der Antriebsstrang. Im September erfolgte dann der ersehnte Erstflug. Die Südafrikaner erhalten das Recht der wirtschaftli- chen Umsetzung mit dieser Ent- wicklung. Schon aber arbeitete man in Dübendorf bei Zürich, wo die Studententeams wirken, an der Realisierung Brennstoffzellen-An- triebs. Der Prototyp funktionierte bereits auf Anhieb. 2023 will man das System installieren und auch erstmals im Flugzeug nutzen. www.cellsius.ch
Erster gelungener Fesselflug mit VX4 von Vertical Aerospace
Das englische eVTOL-Projekt Ver- tical Aerospace VX4 konnte denn ersten gefesselten Flug absolvie- ren. Zuvor hatte die britische Luft- fahrtbehörde CAA der Firma ein „Permit to Fly erteilt“. Das viersit- zige Flugtaxi wurde in seiner Aus- legung besonders von Rolls-Royce E-Motoren un-terstützt, die das achtmotorige Fluggerät antreiben. Eigenen Angaben zufolge soll dies der erste Neustart eines neuentwi- ckelten Fluggerätes nach 20 Jah- ren Pause in Großbritannien gewe- sen sein. Der Flug mit Testpilot Justin Plaines am Steuer erfolgte jedoch nur bis in eine Höhe von
1,50 m. Bei der Flugerprobung sol- len auch Transitionen und später danach auch Marschflüge erfolgen. Das Konzept folgt denen anderer Hersteller, die von Anbeginn auf eine Kombination von Flächenflug- zeug und Kopter gesetzt haben, was weitere Strecken von bis 160 km und schnellere Flüge mit bis zu 130 Knoten (240 km/h) erlaubt. Vertical Aerospace erhofft sich bei der EASA schon für 2025 eine Musterzulassung. Laut Vertical Aerospace habe man bereits mehr als 1400 Vorbestellungen in den Auftragsbüchern. www.vertical- aerospace.com

Elektrisches Fliegen - die Zukunftsperspektive

Electric Flight
Meldungen 2/2022
13.07.2022
Foto: Uni Delft
13.07.2022
Foto: Airev
Foto: VoltaAero
21.07.2022
21.07.2022
Bild: Hyundai
21.07.2022
Bild: Hyundai
27.07.2022
Bild: H2Fly
28.07.2022
Foto: Ampaire
29.07.2022
Foto: Pipistrel
01.08.2022
Foto: Pratt & Whitney
02.08.2022
Foto: IFB-Uni Stgt.
04.08.2022
Bild:: Horizon Aircraft
05.08.2022
Bild:: ZeroAvia
10.08.2022
Symboldbild:
Bild: Stadtwerke Speyer
18.08.2022
Foto: Rolls-Royce
11.07.2022
Foto: Elektra-Solar
16.07.2022
Foto: CAeS
20.07.2022
Bild: CAE
28.07.2022
Bild: VW China
25.08.2022
Foto: Harbour Air
05.09.2022
Foto: Smartflyer AG
13.09.2022
Foto: H.Penner
29.09.2022
Foto: Kitty Hawk
12.09.2022
Bild: Pie Aeronefs
30.08.2022
Bild: Embraer
19.08.2022
Bild: Uni Stuttgart
17.09.2022
Bild Electra
18.09.2022
Bild: Heart Aerospace
28.09.2022
Foto: Eviation
06.10.2022
Symbolfoto: Volocopter
13.10.2022
05.10.2022
01.10.2022
Bild: H.Penner
Foto: Vertical Aerospace
Der erfolgreiche e-Genius der Uni- versität Stuttgart stand Pate für ei- nen maßstabgetreuen Demonstra- tor der Universität in Delft/Nieder- lande. Das im Maßstab 1:3 ist für das dortige Stundenteam Demons- trator um die Wasserstoff-Brenn- stoffzellentechnologie auch für Kleinflugzeuge zu erproben. Be- reits am 14. Juni flog dieses Modell mit reinem Elektroantrieb, doch erst am 7. Juli 2022 gab das Studen- tenteam der Universität Delft be- kannt, dass sie am 14. Juni 2022 mit Flugtests des Phoenix-Demon- strators begonnen haben. Das
Modell mit 6 Meter Spannweite wurde zunächst mit dem Strom von Lithiumzellen versorgt. Für das kommende Jahr sind erste Flüge mit flüssigen Wasserstoff geplant. Die Studien dienen mit dem De- monstrator dienen bereits als Vor- arbeiten für den KIT-Zweisitzer Sling-4, der mit flüssigen Wasser- stoff ab 2025 fliegen soll. Mit 10 kg flüssigem Wasserstoff betreiben soll der Doppelsitzer dann zwei Stunden fliegen könne und eine Reichweite von 400 km haben. www.tudelft.nl/
Uni Delft: Erprobungsträger soll mit Wasserstoff fliegen
Dass man israelische Flugzeug- bauer ernst nehmen muss, ist nicht neu. Spätestens mit dem Motoren- bauer MagniX, der inzwischen in die USA übersiedelte, ist die Ernst- haftigkeit und auch das Können israelischer Ingenieure unter Be- weis gestellt. Ebenso ernsthaft geht Airev mit seinem Doppelsitzer, einem eVTOL um, der für 200 000 Dollar an den Markt gebracht wer- den soll. „Air One“ wie sich der auch von uns bereits vorgestellte Kopter mit fester Fläche und 8 Mo- toren konnte nun zumindest schon
mal ferngesteuert seine Schwebfä- higkeit unter Beweis stellen. Im Norden von Israel, in Megiddo, wo es sogar grüne Felder gibt, wurden inzwischen mehrere Flüge durch- geführt. Im Gegensatz zu den meisten anderen eVTOL-Anbietern wendet sich Airev ganz bewusst an zukünftige private Halter. Laut Rani Plaut, CEO der Firma soll Air One so sicher wie ein Auto gebaut und auch gehandhabt werden können. Schon Ende Juli soll es auf der EAA Airventure in Oshkosh präsen- tiert werden. www.airev.aero
AIR ONE aus Israel könnte ein Volks-eVTOL werden
20.07.2022
Voltaero hat sich für Safran-E-Motoren entschieden
VoltAeros Prototyp, die Cassio 330 wird mit dem E-Motor ENGINEUS- TM 100 smart von Safran Electrical & Power ausgestattet. Die Verwen- dung des Motors im Parallel-Elek- tro-Hybrid-Antriebssystem des Flugzeugs, wurde auf der Farnbo- rough International Airshow von beiden Partnern unterzeichnet. Der ENGINEUSTM 100 wird beim Start eine maximale Nennleistung von weit über 150 kW haben. Er wird mit einem 150-kW-Verbrenner in der Cassio 330-Hybridantriebsein- heit integriert. Der Fünfsitzer Cas- sio 330 erhält ein 330-kW-Elektro-
Hybrid-Gesamtantriebssystem. Wie VoltAero mitteilte, soll der mit ein-em integrierten Motorcontroller versehene E-Motor mit einem inte- grierten Thermomanagement-Sys- tem und einer Luftkühlung im kom- menden Jahr von Safran ausgelie- fert werden. Die Zertifizierung des Motors soll 2023 erfolgen. Dann werden auch die ersten Flugversu- che mit dem Cassio 330 Prototyp beginnen. VoltAero wird die Cas- sio-Flugzeuge in drei Versionen entwickeln und produzieren. www.voltaero.aero
Bristow Group Inc., der weltweit führende Anbieter innovativer und nachhaltiger Vertikalfluglösungen, und Lilium, Entwickler des eVTOL, gab auf der Farborough Airshow gekannt, eine strategische Partner- schaft einzugehen, bei der Bristow die Option zum Kauf von 50 Lilium Jets haben wird, zusätzlich zur Be- reitstellung von Wartungsdiensten für das Startnetzwerk des Lilium Jets in Florida, und andere zukünf- tige Märkte in den USA und Euro- pa. Das Memorandum of Under- standing („MOU“) umreißt die Zu- sammenarbeit zwischen Bristow
und Lilium bei der Entwicklung ei- nes Wartungsprogramms zur Un- terstützung des Betriebs des Lilium Jets. Bristow wandelt sein Ge- schäft aktiv um, um innovative und nachhaltige Technologien, ein- schließlich eVTOL-Flugzeuge zu nutzen. Die Vereinbarung zwischen Bristow und Lilium steht unter dem Vorbehalt, dass die Parteien die Handelsbedingungen finalisieren und diesbezüglich endgültige Ver- einbarungen eingehen sowie be- stimmte Bedingungen erfüllen. www.lilium.com
Bristow hat Option zum Kauf von 50 Lilium Jets unterzeichnet
Bild: Lilium
Mit einer Absichtserklärung haben der Rolls-Royce und die Hyundai Motor Group erklärt, zukünftig ge- meinsam an Elektroantrieben und Brennstoffzellen-Systemen für Luft- fahrzeuge zu arbeiten. Dabei hat der US-Hersteller Supernal an der Farnborough Airshow sein erstes eVTOL Kabinenkonzept enthüllt. Mit dem Prototyp zeigt Supernal, wie der Mutterkonzern Hyundai Motor Group seine auf dem Auto- mobilmarkt erworbenen Kompeten- zen nutzt, um das Geschäft im Be- reich Advanced Air Mobility (AAM) voranzutreiben. Superrnal hat sich
für die Entwicklung seines eVTOL mit den Hy-undai Designstudios zu- sammengetan, damit das neue Luftfahrzeug schon 2028 in den USA und wenig später auch in der EU und Großbritannien eingesetzt werden kann. Zusätzlich arbeitet Supernal mit externen Partnern und einigen der mehr als 50 Hyundai Konzerngesellschaften zusammen. Wichtig sind hier vor allem die Branchen Automobilbau und Auto- teile sowie Konstruktion, Robotik und autonomes Fahren. www.supernal.aero
Supernal und Rolls Royce arbeiten zusammen an Antrieben
Collins Aerospace entwickelt einen 500-kW-Motor als Teil einer Familie von Elektromotoren, die nach oben oder unten skaliert werden können. Collins hat in Zusammenarbeit mit Hybrid Air Vehicles und der Univer- sity of Nottingham den ersten funk- tionsfähigen Prototypen seines 500-Kilowatt-Elektromotors herge- stellt, der für das Fluggerät Airlan- der 10 geeignet ist. Collins hat mit den Tests des Motors an der Uni- versity of Nottingham begonnen. Für den Elektromotor mit 2.000 U/min strebt Collins eine spezifi- sche Leistungsdichte von 9 Kilo-
watt pro Kilogramm und einen Wir- kungsgrad von 98 % durch die Verwendung einer neuartigen Mo- tortopologie und einer Verbundkon- struktion an. Collins entwickelt den Motor in seinem Kompetenzzen- trum für elektronische Steuerungen und Motorsysteme in Solihull, Großbritannien, wo es auch seinen 1-MW-Elektromotor und seine Mo- orsteuerung für den regionalen Hy- brid-Elektro-Flugdemonstrator von Pratt & Whitney Canada (P&WC) entwickelt. www.collinsaerospace.com
Collins hat 500-kW-E-Motor für das Fluggerät Airlander entwickelt
Statt normale Gasdrucktanks sol- len nun Hochdrucktanks zur Auf- nahme von Flüssigwasserstoff im Versuchsträger HY4 eingebaut werden. Der Vorteil: flüssiger Was- serstoff ist wesentlich energierei- cher und laut Angaben von H2Fly kommt man so auf die doppelte Reichweite. Nach der Integration des neuen Tanks und der Brenn- stoffzellen in das Testflugzeug, soll Anfang 2023 ein intensives Test- programm am Boden starten und die HY 4 das weltweit erste Ver- kehrsflugzeug sein, das mit flüssi- gem Wasserstoff fliegt. Damit der
Wasserstoff flüssig bleibt, muss er auf -253 C Grad gekühlt werden. Es soll das erste Mal sein, dass das Team mit flüssigem Wasser- stoff an Bord umgeht. Es ist ein weiterer, wichtiger Schritt in Rich- tung des Ziels von H2FLY, den weltweit ersten vollständig wasser- stoff-elektrischen Antriebsstrang zu entwickeln, der Brennstoffzellen und flüssigen Wasserstoff inte- griert. Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Realisie- rung von emissionsfreien Mittel- und Langstreckenflügen. www.h2fly.de
H4Y: Umstellung von Gasdrucktanks auf Wasserstoff-Flüssigtanks
11.10.2022
Symbolfoto: H55
06.10.2022
Bild: Aura Aero
vor