Foto: Voltair (Airbus Group)
Wie Studenten denken „Fly Your Ideas“ ist ein alle zwei Jahre ausgetragener internationaler Student- enwettbewerb, der von Airbus in Part- nerschaft mit der UNESCO organisiert wird und Studierende aufruft, innova- tive Ideen für die Zukunft der Luftfahrt- branche zu entwickeln. Aus 500 einge- reichten Vorschlägen kamen fünf in die Endrunde, deren Gewinner am 27. Mai in Hamburg gekürt wurden. Erster Preis der für die aus Brasilien, China, Japan, den Niederlanden und Großbritannien angereisten Teams waren 30 000 €. Die Zweitplatzierten erhielten je 15 000 €. Neben einer drahtlosen Energieüber- tragung bei rollenden Flugzeugen zur
Zuverlässigkeitsbeweis: E-Fan E78 vor und nach der Kanalüberquerung am 10.7. 2015 in Calais
Foto: Airbus Group
Bosch E-Motor SMG 180 mit Inverter INVCON 2.3 und einem Planetengetriebe
torgetrieben Version. Die General Avi- ation Division von Bosch wagte den Einstieg in die Luftfahrt in Kategorie, die nicht nur mit Lärmproblemen zu käm- pfen hat, sondern bei der es auch per- manent um Leistungen im oberen Grenzbereich geht. Der wassergekühlte Synchronmotor könnte sogar im Lande- anflug auch als Generator über den nur vom Fahrtwind angetrieben Propeller wirken. In diesem Stadium wird diese Möglichkeit aber nicht wahrgenommen. Auf das jetzt noch verwendete Getriebe wird in einer möglichen Serie in jedem Fall verzichtet werden, da Elektromo- toren jede gewünschte Drehzahl liefern können. Bosch war auf die Ergebnisse gespannt, war aber nicht besonders überzeut davon, wie man jüngst hören konnte.Das Projekt wurde inzwischen wieder eingestellt.
Leisere Tragschrauber ? Autogyros gelten nicht unbedingt als leise Fluggeräte. Bedingt durch ihre Kolbenmotoren und mit Schubpropel- lern ausgestattete Heckantriebe wird der Aerodynamik schon automatisch viel abverlangt. Die Motoren werden dabei zumeist im oberen Leistungs- bereich nahe 100% betrieben. Abhilfe kann da jetzt eine Entwicklung bieten, die einen elektrischen Antrieb vorsieht. Die Firma Bosch hat sich mit der Hil- desheimer Firma AutoGyro zusammen- gerauft. Gleichzeitig ist es auch der Einstieg von Bosch in den Elektroflug- breich Das Ergebnis ist ein von Nieder- sachsen Aviation gefördertes Pro- gramm unter Verwendung eines Elek- troantriebs. Ein serienmäßiger Elektro- motor treibt in dem Zweisitzer Cavalon einen Dreiblattpropeller mit max. 2 300 UpM an. Bis zu 80 kW stehen für den Start zur Verfügung. Die Antriebsein- heit wird von einem Batterie-Package
Galerie
leisere Tragschrauber ?…
Zwar gilt der Nickel-Metallhydrid-Akku als veraltet, doch Forschungen bei BASF ergaben, dass NiMH-Batterien doch deutlich höhere Kapazitäten be- sässen. So behauptet BASF, dass man die Leistungsfähigkeit der Akkus künftig um das Zehnfache steigern könne. Das Unternehmen stellt sich vor, Batterien durch veränderte Materialien und deren Strukturen  leistungsfähiger zu machen. Zudem sollen die Kosten pro kW/h von etwa 200 kW/h gegen-über der Litium- Ionen-Technik um ein Drittel gesenkt werden können. Dennoch setzen die meisten Batteriehersteller auf Lithium- Ionen-Technik. Die neuen Technologien
BASF BASF Siemens Siemens
BASF empfiehlt Bewährtes  In den Forschungslabors von BASF möchte man wieder, so ein ein MIT- Report wieder auf Bewährtes setzen, weil die konventionellen Technolo- gien noch längst nicht ausgereizt sind. So biete die Auswahl neuer Matierialien und Strukturen bei NiMH- Akkus noch erhebliches Entwick- lungspotenzial. Gegenüber der heute bereits gebräuchlichen Lithium-Ionen- Technik weist der Nickel-Metallhydrid- Akku den Vorteil einer nahezu vollen Kapazitätsausnutzung und ein unkri- tisches Brandverhalten im Falle eines Chrash’s auf. Das könnte den Einsatz besonders in Flugzeugen begünstigen.
260 kW Siemens- Elektromotor Siemens-Forscher haben einen neu- artigen Elektromotor entwickelt, der bei einem Gewicht von nur 50 Kilo- gramm rund 260 Kilowatt elektrische Dauerleistung liefert – fünfmal so viel wie vergleichbare Antriebe. Der Motor ist speziell für den Einsatz in Luftfahrzeugen konzipiert. Dank seines günstigen Leistungsgewichtes können nun erstmals auch größere Flugzeuge mit Startmassen von bis zu zwei Ton- nen elektrisch angetrieben werden. Seine höchste Leistung entwickelt der Motor bei 2500 UpM. Siemens stieg  schon vor einigen Jahren in das ge- schäftsträchtige Feld zusammen mit 
Fotos: Siemens
Das Konzept des aus der Kunststoffbau- weise entwickelten Crossover wurde in- zwischen mehrfach überarbeitet. Zuerst ging man davon aus, mit zwei je 40 kW starken Synchronmotoren den Flieger nur mit Batterien auf die Reise zu schicken. Vorgesehen waren zwei verschiedene Flügel mit 9 m, bzw. mit 15 Meter Spann- weite. 2014 tauchte das Projekt mit einem Hybridtriebantrieb auf der Basis eines Ro- tax-Motors mit einem Generator und einem Elektromotor im Leitwerk auf. Offenbar wurde diese Lösung aber wieder fallen- gelassen. Neuerding ist von einem 40 kW- Wankelmotor zu hören. Dieser treibt zwei E- Motoren, die direkt hinter dem Flügel sitzen an. Die Spannweite wurde mittlerweile auf 18 Meter erhöht. Crossover ist damit eines der ersten Hybrid-Flugzeug-Projekte.
Crossover aus Portugal Das portugiesische Unternehmen Eu- rosportaircraft startete 2010 mit dem Entwurf eines UL’s. 2013 präsentierte man sich bereits auf der AERO und im Sommer des gleichen Jahres fand der Erstflug des Flugzeugs mit seiner ei- genwilligen Anordnung der Elektro- motoren, die für den Start und den Reiseflug ausgefahren werden, statt.
Foto: Eurosportaircraft
Bild: Transoceans
Elektro-Luftschiff
Transoceans will Luftschiffe elektrisch antreiben. Lelio soll 30 Meter lang sein und mit 120 km/h, angetrieben durch Elektromotoren, ferngelenkt den Beweis antreten, dass man auch über große Strecken saubere Transporte ohne CO2-Ausstoß durchführen kann. Anlässlich des letzten Aerosalons in Paris wurde das Projekt im Modell- Maßstab 1:4 erstmals vorgestellt.
Basis ist die P2006T, die einen Flügel aus CFK-Material erhält, der mit 20 Elektro- motoren auf der Flügelvorderkante aus- gestattet ist. Zunächst erfolgten Boden- versuche auf einem speziell modifizierten LKW mit einer Geschwindigkeit von 112 km /h auf dem ausgetrockneten See in der Nähe von Edwards Air Force Base, um die Effektivität zu messen. Das Langley Re- search Center und das Armstrong Flight Test Center sind der Meinung, dass diese
Die italienische Firma Tecnam arbei- tet zusammen mit der NASA im Rah- men der LEAP (Leading Edge Asyn- chronous Technology) an einem For- schungsprogramm, um der Allgemei- nen Luftfahrt in den kommenden 10 Jahren den Umstieg auf Elektroan- triebe zu erleichtern.
Versuchsträger Tecnam P2006T
Schweizer Smartflyer Rolf Stuber ist im zivilen Leben Flug- kapitän. Das hält ihn allerdings nicht davon zurück, ein extrem ehrgeizi- ges Hybridflugzeug-Konzept umsetz- en zu wollen. Zunächst soll eine Art Proof-of-Concept unter Assistenz eines Ingenieurbüros entstehen. Unter Mithilfe von Dr. Silvio Merazzi und Thomas Ludwig werden bereits Vor- untersuchungen für die Struktur unter- nommen, die auf moderner Faserver- bundbauweise basiert. Stuber hat dazu am 1.4.2015 eine Interessengemein- schaft Elektroflugzeug (IG Elektroflug- zeug) gegründet, die sich um Mitglieder bewirbt. Stubers Projekt basiert auf- grund der Tatsache, da gegenwärtig keine hochenergetischen Batterien
verfügbar sind, die längere Reiseflüge ermöglichen würden, einen modernen Hybridantrieb in den geplanten Vier- sitzer einzubauen. Denkbar sind dabei verfügbare Komponenten in der Kombi- nation aus einem Zweizylinder-Viertakt- motor mit Generator und einem in Leit- werk integrierten Elektromotor mit gros- sen Propeller.
Smartflyer Smartflyer
Foto: Solar Impulse
Foto: Airbus Group
AutoGyro AutoGyro

Elektrisches Fliegen - eine Zukunftsperspektive

Electric Flight
überholte Meldung aus dem Jahr 2015- siehe auch aktuelle Meldungen
Foto: BASF
auf Basis der Lithium-Technik könnten mit einer deutlich höheren Leistungsfäh- igkeit die BASF-Ideen sogar noch aus- bremsen. BASF weist ausdrücklich da- rauf hin, dass das Unternehmen selbst keine Batterie-Fertigung besitzt, sondern nur Materialien dazu herstellt.
Diamond Aircraft und hat als jüngste Kunden Pipistrel und Airbus gewinnen können. Alpha Electro wurde so das erste Serienflugzeug mit einem Sie- mens E-Motor mit einer Leistung von 65 kW. Jüngsten Berichten zufolge ist Siemens bei Airbus in das E-Fan-Pro- gramm mit eingestiegen. Auf den Trieb- werksgondeln den E-Fan Demonstrator prangte bereits das Siemens-Logo!
Foto: Airbus Group
Fotos: Siemens
Eurosportaircraft Transoceans Eurosportaircraft Transoceans
Erstflug der 18-Meter-Version des Motorseglers Crossover
Noch eine Variante: Der 40 PS Wankel- Motor mit dem Generator/Motor sitzt genau im Schwerpunkt des Flugzeugs. Der Generator liefert den Strom für die Speicherbatterie. Der Antrieb auf die Propellerwellen erfolgt über Kevlar-Rie- men. Die Propeller sind als Faltpropeller ausgelegt.
Foto: Eurosportaircraft
Bild: Eurosportaircraft
Auch die NASA denkt an Elektroflugzeuge
Testfahrzeug mit 18 E-Motoren
Versuche unter Realitätsbedingungen denen von Windkanaltests vorzuziehen seien. Die beiden Firmen ESAero und Joby Aviation übernehmen die Herstellung und Integration des Antriebssystems, sowie des Flügels mit dem Rumpf. Die Elektromotoren werden durch Lithium- Eisenphosphat-Batterien gespeist. Inzwischen wurden die Versuche auf 20 Motoren erweitert. Primäres Ziel sind zunächst Schubmessungen.
SolarImpulse2 pausiert Die Erdumrundung begann am 9. März 2015 von Abu Dhabi, als  Solar Impulse2 Kurs Osten flog. Nach jeder der zehn Etappen er- folgten Ruhetage und technische Wartun- gen. Das primär aus Sponsoring finanzierte Projekt soll unter anderen auch einen Bei- trag zur Forschung und Innovation im Dien-
ste der erneuerbaren Energien leisten. Es soll aufzeigen, wie man mit Cleantech den Verbrauch der natürlichen Resourcen und unsere Abhängigkeit von fossilen Energien verringern kann. Mit jeder großen Premiere haben Forscher und Pioniere des letzten Jahrhunderts die Grenzen des Machbaren
erweitert. Heute geht die Entdeckungsreise weiter. Nicht um neue Länder zu erobern, sondern mit dem Ziel, die Lebensbedingun- gen auf unserem Planeten zu verbessern. Auf dem  Weg zur Erdumrundung ohne Treibstoff und Schadstoffausstoß soll Solar- Impulse2 auch den Beweis antreten, wie
man darum kämpfen kann, die Erde in ei- nem lebenswerten Zustand zu erhalten. Bertrand Piccard, Enkel des berühmten Schweizer Forschers Auguste Piccard hatte sich bereits 1999 das große Ziel dazu gesteckt. Sein Traum scheint Wirklichkeit zu werden, auch wenn der Weiterflug durch
Foto: Solar Impulse
Batterieprobleme auf Hawaii unterbrochen wurde. Inzwischen wurden die schadhaften Lithium-Ionen Zellen ausgetauscht. Nach einem ersten Testflug am 9. Februar soll der Weiterflug Richtung USA im April erfolgen.                       Lesen Sie mehr über den Flug
Spriteinsparung wurden Infrarot-Syste- me zur Hinderniswarnung nach Vorbild einer Spielekonsole erdacht. Platz eins ging an die Niederlande. Die Delfter Studenten machten sich  schon anfangs große Hoffnungen auf eine gute Belegung. Ihr Idee ist, ein System zur Energiegewinnung während des Fluges über die Flügelhaut  zu entwickeln. Ihr „Multifan-System setzt auf piezoelektri- sche Fasern, die im eingarbeiteten Faser- verbund der Flügelhaut kleinste Bewegun- gen, die durch Schwingungen und Biege- vorgängen während des Fluges entstehen, in elektrische Energie umzusetzen, die an
Bord mit Batterien gespeichert und wieder über das Bordnetz z.B. für die Beleuchtung oder für das Entertainment verteilt wer- den. Der Vorteil: Wegfall der APU‘s beim Bodenbetrieb oder der Fremdversorgung und dafür leichtere Bypass-Systeme an den Triebwerken. Dies reduziert den Energieverbrauch des Flugzeugs im Flug und könnte sogar die gesamte En- ergiequelle für den Bodenbetrieb er- setzen. Das System wäre auch auf Kleinflugzeuge übertragbar.
Foto: Voltair (Airbus Group)
Große Pläne bei Airbus Voltair, eine hundertprozentige Tochter der Airbus Group lässt in Pau, am Rand der  französischen Pyrenäen, ein Werk errichten, um dort die Entwicklung, die Herstellung sowie alle dazugehörigen Dienstleistungen für das Elektroflug- zeug E-Fan 2.0 zu bündeln. Das Werk soll in unmittelbarer Nähe von Tarbes liegen, wo sich der Entwicklungs- partner DAHER befindet. Das Serienmo- dell des E-Fan 2.0 unterscheidet sich durch ein festes Dreibeinfahrwerk gegen- über dem Demonstrator, der nur ein Zen- tralrad, ähnlich wie bei früheren Motorseg- lern besitzt . Das T-Leitwerk und die An- ordnung der Fans werden jedoch bleiben, auch wenn ein einfacher Frontantrieb mit Pro-peller eine einfachere Lösung wäre. Airbus möchte jedoch mit der Technologie zweier Heckmotoren weiter nachgehen, die sich auch für spätere Entwicklungen größerer Flugzeugmuster anbietet. Das Ziel von Airbus ist, ein Flugzeug mit zwei Sitzen für Schulung und Ausbildung von Piloten zu liefern, das ab 2017 mit einer jährlichen Produktionsrate von 10 Flugzeu- gen auf einer Produktionsfläche von 15 000 m² als E-Fan 2.0 gefertigt werden soll. Später sollen bis zu 60 Maschinen jährlich das Werk jährlich verlassen. Als nächster Schritt ist der Viersitzer E-4 auf Basis eines Hybrid-Antriebes vorgesehen, sozusagen auch als Vorstudie eines
zukünftigen 90-Sitzers für den Regional- Flugbetrieb. Der  E-Fan, so der Leiter für Technologien und Innovationen (CTO) Jean Botti, ist ein gutes Lehrstück für die Techniker und Ingenieure von Airbus und gleichzeitig auch ein Pilotprojekt, um zu- nächst an kleinen, elektrisch betriebenen Flugzeugen diese Technologien zu stu- dieren und zu testen. Der E-Fan E-78 Demonstrator führte am 11. März 2014 seinen ersten Flug durch. Seitdem wurden über 100  Flugstunden, incl. der Ärmelka- nalüberquerung geflogen. In der Serien- version des leichten zweimotorigen Dop- pelsitzers sollen Flüge von jeweils einer Stunde und 15 Minuten möglich sein. So seien bis zu fünf Umläufe bei der Schulung pro Tag möglich. Die Flugstunde käme nach heutigen Berechnungen auf gerade mal 90 Euro/Stunde. 20 Mio. € steckt Airbus zunächst in die reine Entwicklung. Das Gesamtprojekt umfasst 50 Mio. € inklusive der Infrastruk- tur sowie auch Teilvergaben an die Ent- wicklungspartner. Um den Nischenmarkt der Regio-nalflugzeuge eines Tages rich- tig bedienen zu können, so Botti weiter, sei es eben wichtig, erst mal klein anzu- fangen. Das E-Fan-Projekt gehört zu den zentralen Vorhaben des 2013 gestarteten Industrieförderprogramms der französi- schen Regierung, die das Vorhaben ebenfalls unterstützt.
Die geplante Serienverion des E-Fan 2.0., ein reines Schul- flugzeug und Übungsprojekt für weitere Airbusstudien.
Foto: Airbus Group
Foto: Airbus Group
Grafik: Voltair/Airbus Group
Fotos: AutoGyro
mit 16,2 Ah bei 400 Volt  betrieben. Der Erstflug fand am 24.6. 2015 auf dem Flugplatz Hildesheim statt. Nach Ansicht von Firmenchef Otmar Birkner ist der Elektro-Tragschrauber ein Schritt in die Zukunft wie auch in der Autoindustrie. Äußerlich unterscheidet sich der elek- trisch angetriebe Avalon so gut wie überhaupt nicht von seiner kolbenmo-
E-Propulsion